33 Wuppertaler Radler fahren gegen den Brexit

Tour : 33 Radler fahren gegen den Brexit

Der Wuppertaler Verein „Grüner Weg“ hat eine Tour nach South Tyneside organisiert. Daran beteiligen sich auch Bürger aus den Partnerstädten Schwerin und Legnica.

Die Flaggen von Europa, Deutschland und Polen sind immer dabei: 33 Radfahrer trafen sich am Donnerstag am Bahnhof Mirke am Städtepartnerschafts-Wegweiser. Gemeinsam radeln sie unter dem Motto „Radfahren gegen den Brexit“ in die englische Partnerstadt South Tyneside. Drei Radler aus Schwerin und acht aus dem polnischen Legnica bekräftigen das europäische Zusammengehörigkeitsgefühl. Das Ziel ist in South Tyneside die 25 Meter hohe Skulptur „Angel of the North“ des Künstlers Anthony Gormley. Nach ihr nennt sich die Gruppe auch „Angels of Europe“.

„Wir wollen eine politische Botschaft verbreiten: Dass es uns leid tut, dass die Briten die EU verlassen wollen“, sagt Wolfgang Mohrhenn, der die Tour des Vereins „Der Grüne Weg“ organisiert. „Uns liegt an der Völkerverständigung, dem kulturellen Austausch.“ Dass dieser funktioniert, verdeutlicht schon das Radler-Team: „Wir sind jedes Jahr dabei und es macht großen Spaß“, betonen die polnischen Teilnehmer. Auch Andrea Stange aus Schwerin ist schon zum zweiten Mal mit von der Partie und lobt: „Die Tour war so toll im vergangenen Jahr. Und die Wuppertaler bereiten das hervorragend vor, es gibt nie Wartezeiten.“ Ihr Kollege Eckhard Lamprecht findet: „Es ist immer schön, andere Leute kennen zu lernen, auch aus anderen Ländern.“

Rund 60 Kilometer fährt die Gruppe jeden Tag und übernachtet dabei in Jugendherbergen. Die Strecke soll auch für weniger trainierte Radfahrer zu bewältigen sein. Die erste Station ist Duisburg. In der Nähe von Kranenburg stoßen am Samstag Radfahrer aus South Tyneside am Straßenschild „Grüner Weg“ dazu.

Am Dienstag wollen die Radler dann an der Fähre nach Großbritannien ankommen. Die ganze Reise ist so geplant, dass die Angels of Europe am 6. Juli zur großen Summer Festival Parade in der Partnerstadt sind. „Wir führen die Parade an“, erzählt Wolfgang Mohrhenn stolz. Grüne T-Shirts mit dem Angel of the North darauf und dem Spruch „Friendship first - Twin Town Cycling“ auf der Rückseite sorgen für ein einheitliches Auftreten.

Insgesamt übernachtet die Gruppe vier Mal im Studentenwohnheim in South Tyneside, macht auch verschiedene Exkursionen in die Umgebung. Am 8. Juli geh es dann per Bus zurück nach Wuppertal.

„Diese Aktion zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns mit unseren Partnerstädten regelmäßig treffen“, betonte Oberbürgermeister Andreas Mucke, der die Gäste am Bahnhof Mirke verabschiedete und auch ein Stück mitfuhr. „Der Grüne Weg steht dafür, Gemeinsamkeiten zu stärken. Damit zeigt er den Politikern, dass die Menschen an der Basis Freunde sein wollen.“

Den Langen Tisch am Samstag, 29. Juni, verpassen die Radfahrer zwar wegen der Parade in South Tyneside. Doch zum Stadtgeburtstag melden sie sich per Handy zu einem öffentlichen Telefoninterview. Dann werden die Teilnehmer sicherlich viel zu erzählen haben von der Fahrt durch Europa. Wobei der Grüne Weg schon viel Erfahrung hat: Seit 20 Jahren besucht der Verein die Wuppertaler Partnerstädte mit dem Fahrrad.

Inzwischen sind auch weitere Touren hinzugekommen, etwa durch Berlin oder durch landschaftlich besonders reizvolle Gegenden. Auf jeden Fall fahren die Gruppen immer über „grüne Wege“, also auf attraktiven Strecken durch Wälder, Wiesen und Felder. Ebenso steht jedoch der Kontakt mit den Menschen aus anderen Ländern im Mittelpunkt.

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