300 Wohneinheiten für den Heubruch

300 Wohneinheiten für den Heubruch

100 Gäste kamen zur Bürgerbeteiligung. Die Arbeiten könnten schon 2019 im Norden beginnen.

Barmen. Rund 100 Gäste konnte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Detlef-Roderich Roß im Rathaus begrüßen. Er moderierte die Veranstaltung zur Frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit bei dem Bauvorhaben am Heubruch. Dort soll auf dem ehemaligen Bahngelände an der Trasse ein neues Wohnquartier mit etwa 300 Wohneinheiten entstehen. Im Zuge des Bauleitplanverfahrens wurde das Projekt vorgestellt. Auf etwa 5,5 Hektar sollen drei- bis viergeschossige Stadthäuser entstehen. Wo sie in Blöcken stehen, entstehen grüne Innenhöfe, eventuell mit kleinen Gärten. Die Flachdächer sollen begrünt werden. Geplant ist ein Anteil an barrierefreiem Wohnen sowie unter anderem Maisonett-Wohnungen über zwei Etagen.

„Viele Formen“, versprach Robert Henning, Geschäftsführer des HGMB Architektenbüros, das mit seinem Entwurf für den Heubruch unter fünf konkurrierenden Architektenbüros die Stadt Wuppertal am meisten überzeugt hatte. Die denkt an einen Anteil von 20 Prozent mit Sozialem Wohnungsbau. Des Weiteren soll es einen Mix von Eigentumswohnungen und Mietwohnungen geben, so Marcus Behnke von der ehemaligen Bahntochter Aurelis, in deren Besitz sich der größte Teil der Fläche befindet und die der Projektentwickler ist. Eine möglicherweise vierzügige Kita soll es geben. Und der Felssporn im Süden wird in einen Spielplatz integriert. „Ein kleines Highlight“, so Henning, der sich vorstellen kann, dass der auch Kinder von Außerhalb anlockt.

Autoverkehr wird aus dem Quartier herausgehalten. Jede Wohnung bekommt einen Stellplatz in unter den Häusern platzierten Tiefgaragen. Henning: „Da können Sie getrost die Kinder vor die Tür lassen.“ Und mit den Einkäufen käme man direkt hoch in seine Wohnung. Ein Verkehrsgutachten gelangt zu dem Schluss, dass die umliegenden Straßen den entstehenden zusätzlichen Verkehr aufnehmen können. Hier geht es um die August-Mittelsten-Scheidt-Straße, die Wuppermannstraße, Westkotter Straße, Münzstraße und Goldammerstraße. Für Besucher sollen neue Parkplätze entstehen, vor allem an der Wuppermannstraße. Dort könnten durch Schrägstellung der Buchten zusätzliche öffentliche Parkplätze gewonnen werden.

Die Arbeiten könnten schon 2019 im nördlichen Abschnitt des Heubruchs beginnen, ist Marcus Behnke zuversichtlich. Der Mietvertrag der Firma Vorwerk, die einen Teil des südlichen Abschnitts als Parkplatz nutzt, laufe noch zwei Jahre. Am längsten werde es in dem Bereich dauern, wo auf der ehemaligen Fläche der Firma Homberg der Boden saniert werden muss. Schon jetzt wird am Heubruch in 30 Meter Tiefe das Grundwasser gereinigt. Belastetes Wasser wird heraufgepumpt, gereinigt und wieder in den Untergrund entlassen. Entsprechende zusätzliche Stationen müssen installiert und eventuell in den Kellern der Häuser untergebracht werden. Es seien aber „gesunde Verhältnisse für die Bewohner garantiert“, sagt Marc Walter, Abteilungsleiter im Ressort Bauen und Wohnen. Außerdem werde auf alle Freiflächen 60 Zentimeter hoch sauberer Boden aufgebracht.

Die Fragen der Bürger galten zum größten Teil der Verkehrssituation. Es gab aber auch Stimmen, die sich gegen ein allzu gleichförmiges Erscheinungsbild der Häuser aussprachen. Vorgeschlagen wurde, auch Raum für nicht störendes Gewerbe und Freiberufler zur Verfügung zu stellen.

Weiter sollte es Aufbewahrungsmöglichkeiten für Fahrräder geben, und zwar nicht nur Abstellbügel. Und man vergewisserte sich, dass die Trasse (die von keinem Auto gequert werden wird) auch während der Arbeiten nicht beeinträchtigt wird.

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