Aktion in Elberfeld 450 Demonstranten protestieren in Wuppertal für den Klimaschutz

Wuppertal · Forderung nach besserer Infrastruktur im ÖPNV: Bei einer gemeinsamen Initiative von Fridays for Future und der Gewerkschaft Verdi zogen die Teilnehmer durch die Elberfelder Innenstadt.

Ein Blick auf den Demonstrationszug über die B7.

Ein Blick auf den Demonstrationszug über die B7.

Foto: Martin Gehr

Etwa 450 Wuppertaler haben am Freitagnachmittag mit einem Demonstrationszug durch die Elberfelder Innenstadt für den Klimaschutz und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs protestiert. Die Demonstration wurde gemeinsam von „Fridays for Future Wuppertal“ und der Gewerkschaft Verdi organisiert, die gestern und heute den Bus- sowie Schwebebahnverkehr eingestellt hat.

Die Veranstaltung begann auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofes mit einer Kundgebung. Daniele Culosi, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Wuppertaler Stadtwerke, berichtete, dass etwa für Busfahrer neben langen Diensten und Überstunden kaum ausreichend Wendezeiten vorhanden seien. Damit ist die Pausenzeit zwischen der Ankunft an einer Endhaltestelle und der Abfahrt in die Gegenrichtung gemeint. „Dadurch haben unsere Leute oft nicht mal Zeit, auf die Toilette zu gehen.“ Den verantwortlichen Unternehmen rief er zu: „Übernehmt die Verantwortung und investiert in das Personal!“

„Es freut mich sehr zu sehen, dass trotz der Rahmenbedingungen durch den Streik viele Menschen zusammengekommen sind“, sagte Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. „Wenn wir den Klimawandel hinbekommen, kommt dem Verkehrssektor eine zentrale Rolle zu. Das funktioniert aber nur, wenn der ÖPNV zuverlässig rollen kann und dafür mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.“ Auf Nachfrage von Jonah Näckel von Fridays for Future zur aktuellen Debatte um den Ausbau der L419, bei der sich der Rat gegen eine Klage entschieden habe, äußerte Schneidewind zunächst, dass es sich um ein formales Verfahren handle, betonte dann aber deutlich: „Der Ausbau der L419 ist ein Verkehrsprojekt, das nicht ins 21. Jahrhundert gehört und hoffentlich nie zur Umsetzung kommt.“ Am wahrscheinlichsten sei dies, „weil das Geld fehlt“ und weil schon für die Sanierung bestehender Straßen nicht ausreichend Mittel vorhanden seien. „Die L419 ist ökologisch eine Katastrophe“, daneben müsse sich auch die ökonomische Vernunft durchsetzen.

An der Veranstaltung beteiligt waren unter anderem auch Vertreter der Bündnisse „Parents for Future“, „Scientists for Future“ und das Bündnis für gemeinwohlorientierte Mobilität „Mobiles Wuppertal“. Nach der Kundgebung zogen die Teilnehmer unter Begleitung der Polizei, die für Absperrungen sorgte, über den Döppersberg und die Morianstraße vorbei am Neumarkt und am Kasinokreisel auf die Bundesallee und zurück zum Hauptbahnhof. Der Verkehr in der Elberfelder Innenstadt kam dadurch zwischenzeitlich zum Erliegen.

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