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27.000 Kilometer Autofahrt bis zur WM nach Südafrika

27.000 Kilometer Autofahrt bis zur WM nach Südafrika

Reinhard Arens und Martin Sabrowske fahren mit dem Auto zur WM in Südafrika – auf eigenes Risiko.

Wuppertal. Wenn anderen Menschen bevorstünde, was Reinhard Arens in den nächsten Wochen erleben wird, wären sie nicht nur nervös - ihnen würden die Knie schlottern. Reinhard wirkt dagegen entspannt. 23.000 Kilometer durch 18 Länder wird er gemeinsam mit seinem Cousin Martin Sabrowske zurücklegen. Das Ziel: die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika.

Die Idee einer Reise durch Afrika hat er schon seit Kindheitstagen im Kopf. "Wenn ich groß bin, habe ich damals immer gesagt." Als nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmanschaft bei der WM 2006 ein Freund scherzhaft sagte, dass er jetzt wohl nach Südafrika müsse, beschloss Arens, den Traum von der Reise wahr werden zu lassen. "Irgendwann merkt man, dass man ja schon lange groß ist", sagt der 42-Jährige.

Morgen früh beginnt nach vierjähriger Vorbereitungszeit nun endlich die Reise. Los geht es in Wuppertal, das große Ziel heißt Kapstadt. 77 Tage haben die beiden Abenteurer eingeplant, die Route musste mehrmals umgestellt werden: "Den Jemen werden wir aufgrund der aktuellen politischen Lage meiden. Dafür hat es sich im Sudan beruhigt, deshalb nehmen wir diese Route", erklärt Arens.

Das Durchqueren solcher Krisenregionen erforderte auch Umbauarbeiten am Landrover, mit dem Reinhard Arens die Reise in Angriff nimmt: Neben einem Überrollkäfig, wie man ihn aus dem Rennsport kennt, hat Arens zusammen mit seinem Freund, dem Kfz-Mechaniker Uli Gawick, einen einbruchssicheren Käfig ins Wageninnere eingebaut.

Denn neben einem eventuellen Verkehrsunfall oder der Malaria seien sogenannten Carjacker die größte Gefahr auf der Reise: "Wenn solche Autoräuber einem die Pistole vors Gesicht halten, sollte man kooperieren. Dann wäre das Fahrzeug weg", äußert selbst der scheinbar furchtlose 42-Jährige seine Bedenken. Vor wilden Tieren hingegen hat Arens keine Angst: "Das wäre doch toll, wenn wir da die eine oder andere Geschichte erleben."

Auch wenn die Vermutung nahe liegt: Der Weg ist nicht das Ziel der Reise. Bei etwa 300 Kilometern, die Arens und Sabrowske pro Tag zurücklegen müssen, bleibt wohl auch keine Zeit, die zahlreichen Natur- und Kulturschätze am Wegesrand zu bestaunen. Und auch die Fußball-WM sieht Arens eher als Krönung: "Das Ziel der Reise ist ganz klar das Ankommen."

Tickets für ein WM-Spiel haben die Abenteurer übrigens noch nicht - trotz der ungewöhnlichen und öffentlichkeitswirksamen Aktion hat der DFB keine Freikarten springen lassen.