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25-Jähriger stirbt in Gewahrsam: Keine Ermittlungen gegen Polizisten in Wuppertal

Staatsanwaltschaft Wuppertal lehnt Verfahren ab : 25-Jähriger stirbt in Gewahrsam: Keine Ermittlungen gegen Polizisten

Im November 2021 ist ein 25-Jähriger in Gewahrsam gestorben, nachdem Polizisten ihn wegen auffälligen Verhaltens festgenommen hatten. Die Schwester des Verstorben hatte Anzeige gegen die Beamten erstattet. Nun steht fest, dass es keine Ermittlungen geben wird.

Am frühen Morgen des 1. November ist ein 25-Jähriger in Polizeigewahrssam verstorben. Seine Schwester hatte Anzeige gegen die Beamten erstattet und ihren vorgeworfen, dass Gewalt zum Tod geführt habe. Die Staatsanwaltschaft teilt jetzt mit, dass sie Ermittlungen gegen die Polizisten ablehnt.

„Die genaue Todesursache steht noch immer nicht eindeutig fest“, sagt Sprecher Wolf-Tilman Baumert. Der Vorwurf der Schwester sei jedoch bereits zum jetzigen Zeitpunkt widerlegt. Der Obduktionsbericht schließe aus, dass Gewalt ursächlich für den Tod war – eine natürliche Todesursache liege nahe, die durch ein krankhaft vergrößertes Herz und gegebenenfalls die Einnahme von Drogen begründet sei. In Blut- und Urinprobe des Verstorbenen konnten Rückstände von Cannabis, Amphetamin und Kokain nachgewiesen werden.

Das ist am 1. November passiert

Die Staatsanwaltschaft schildert den Fall so: In der Nacht auf den 1. November waren der 25-Jährige und seine Schwester in einer Diskothek in Wuppertal. Sie nahmen sich ein Taxi. Der Fahrer sagte später aus, dass der Mann sich auffällig verhielt, sodass er den Wagen anhielt, das Notsignal des Taxis einschaltete und Polizisten eines Streifenwagens auf sich aufmerksam machte. Als die Beamten am Taxi ankamen, lag der Mann außerhalb auf seiner Schwester, die eine blutende Verletzung im Gesicht hatte. Die Polizisten zogen ihn weg, der 25-Jährige versuchte, eine Beamtin zu Boden zu reißen. Deshalb brachten sie ihn mit körperlicher Gewalt zu Boden und nahmen ihn in Gewahrsam. Kurz nachdem ihm eine Blutprobe entnommen wurde, verstarb er plötzlich. Eine Reanimation war nicht erfolgreich.

Nach dem Tod des 25-Jährigen gründete sich eine Initiative, die schon im November unter dem Motto „Gerechtigkeit für Giórgios“ am Döppersberg demonstrierte, rund 200 Menschen nahmen teil. Für den 29. Januar hat das „Forum gegen Polizeigewalt und Repression“ eine erneute Demonstration angekündigt, unter dem Motto „Gerechtigkeit für Giórgios und alle anderen Opfer staatlicher Gewalt“ – bevor die Entscheidung der Staatsanwaltschaft öffentlich wurde. Diese sei nun ein Grund mehr, schreibt das Forum in Sozialen Medien. 

Der Schwester stehe es frei, gegen die Entscheidung Beschwerde einzulegen und sie durch die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf überprüfen zu lassen. Nach Einschätzung der Wuppertaler Staatsanwaltschaft liegen jedenfalls keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine Straftat vor.

(pal)