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232,11 vor dem Lockdown: Inzidenzwert in Wuppertal auf Rekordhoch

Johannes Slawig und Stefan Kühn begrüßen Landesmaßnahmen : 232,11 vor dem Lockdown: Inzidenzwert auf Rekordhoch

Johannes Slawig, Chef des städtischen Krisenstabes, und Gesundheitsdezernent Stefan Kühn begrüßen die neuen Auflagen von Bund und Land.

Mit 232,11 lag der Inzidenzwert in Wuppertal am Samstag so hoch wie noch nie - und das gerade vor den am Sonntag für die kommende Woche angekündigten verschärften Auflagen von Bund und Land, die Johannes Slawig, Chef des städtischen Krisenstabes, und Gesundheitsdezernent Stefan Kühn vor diesem Hintergrund ausdrücklich unterstützen.

„Solche Entscheidungen sind nicht leicht zu treffen“, sagt Kühn. Er selbst habe viele Freunde im Kulturbereich und in anderen durch die Auflagen betroffenen Branchen. „Die sind existientell wirtschaftlich bedroht.“ Aber es gebe keine Alternative. Der Teil-Lockdown habe zwar dafür gesorgt, dass es kein exponentielles Wachstum bei den Infiziertenzahlen gebe. „Aber es ist immer noch ein Wachstum“, sagt Kühn.

Die Zahl der aktuell positiv getesteten Wuppertaler stieg von Freitag noch einmal von 1360 auf 1427. Rund 250 Wuppertaler liegen derzeit wegen Corona im Krankenhaus. Eine Zahl gibt Kühn aber besonders zu denken. Am Samstag starb ein weiterer Wuppertaler an oder mit Corona. Insgesamt liegt die Zahl der Opfer damit bei 155 - fast 30 Prozent davon stammen aus den vergangenen vier Wochen. Weitere Auflagen  „müssen jetzt sein“, betont der Gesundheitsdezernent.

Ähnlich sieht es Johannes Slawig. Mit den neuen Maßnahmen „werden wirkungsvoll Kontakte eingeschränkt und vermieden und dadurch der wichtigste Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet“.

Krisenstab berät am Montag über detaillierte Vorgaben

Besonders wichtig seien aus seiner Sicht die Schließung der Einzelhandelsgeschäfte - „denn die Fußgängerzonen waren bisher schon sehr voll im Vorweihnachtsgeschäft“ - und die Schließung der Schulen bzw. der Wechsel zum Distanzunterricht. Damit werde vermieden, dass sich Schüler - wie bisher - im Bus oder vor und nach der Schule in größeren Mengen begegnen.

„Auch das Versammlungsverbot zu Silvester und das Verkaufsverbot für Feuerwerk begrüße ich sehr, weil dadurch Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei sowie Krankenhäuser zu Silvester entlastet werden.“ Und so schwer es falle: „Die Begrenzung der persönlichen Kontakte - auch zu Weihnachten - ist richtig und notwendig.“ Die Maßnahmen kommen, so Slawig, auch gerade noch rechtzeitig. „Bis nach Weihnachten zu warten, wie zunächst diskutiert, wäre angesichts der Ausbreitung der Pandemie nicht zu verantworten gewesen. Denn das Virus nimmt keine Rücksicht auf Feiertag oder Terminkalender.“

Er sieht ebenso wie Kühn das bisherige Vorgehen der Stadt Wuppertal, die bereits einige Auflagen verschärft hatten, bestätigt. Am Montag soll nun der Krisenstab über die detaillierte Umsetzung der neuen Vorgaben beraten.

Laut Stefan Kühn sei im Stab zuletzt auch bereits über eine Ausgangssperre diskutiert worden. Akut sei diese keine Thema. Zudem müsste auch die Politik einbezogen werden und das Land dazu gefragt. Aber man müsse die Entwicklung der Zahlen abwarten. Ganz ausschließen will Kühn diesen Schritt für die Zukunft nicht, sollte sich die Situation nicht bessern. „Die Wuppertaler haben es in der Hand“, appelliert er an die Einhaltung der Regeln. est