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22 Millionen für schnelles Netz in Wuppertal

22 Millionen für schnelles Netz in Wuppertal

Breitbandkoordinator Guido Gallenkamp stellt einen Förderantrag.

Wuppertal. Erst hat er sich mit dem Freifunk in Wuppertal beschäftigt und das System mit vorangebracht — und ist jetzt für den Breitbandausbau der Stadt verantwortlich. Guido Gallenkamp (38). In der vergangenen Ratssitzung hat sein Kernprojekt Vorschub bekommen: Unter Tagesordnungspunkt 11.6 wurde der „Zielnetzplan (Masterplan) und Förderanträge für flächendeckenden Breitbandausbau“ einstimmig beschlossen. Aus seiner Sicht sei das der wichtigste Beschluss gewesen. Denn damit sollen die Bürger und Betriebe an schnelles Internet angeschlossen werden, die bisher über keinen Breitbandanschluss verfügen.

Am Mittwoch hat der Programmierer den Förderantrag abgeholt, um ihn nach Berlin zu schicken. Damit bewirbt sich Wuppertal auf eine Fördersumme von 21,2 Millionen Euro, um 2900 Haushalte in Zukunft mit schnellem Netz zu versorgen.

Gallenkamp ist für dieses Projekt angestellt worden. Seit April ist er bei der Wirtschaftsförderung als Breitbandkoordinator tätig — und hat den Antrag vorbereitet. Dafür wurden eigens Fördermittel bereitgestellt — also gab es Förderung, um die Förderung abzurufen. Denn ohne eine eigene Stelle sei der Aufwand dafür nicht zu schaffen gewesen, sagt Gallenkamp. Das habe auch das Land gemerkt, das die Stelle für drei Jahre fördert.

Jetzt ist aber nicht alles geschafft. Der Antrag soll bis Januar 2018 bearbeitet sein und dann ein Bescheid vorliegen. Nach der Ausschreibung soll der Tiefbau im Frühjahr 2018 beginnen, so Gallenkamp. Er spricht von 293 Kilometern Tiefbau, die vor allem die ländlichen Gebiete, etwa am Dönberg, in Beyenburg oder an der Kohlfurth, betreffen, wo die Anwohner eben vom schnellen Internet abgetrennt sind. Die Kosten würden Bund und Land zu jeweils 50 Prozent tragen.

Für Gallenkamp ist die Arbeit damit nicht getan. Denn einerseits muss er viel in der Stadt koordinieren, und seine Arbeit mit den „mindestens fünf anderen Schreibtischen“ absprechen und verbinden, die sich um Breitbandsausbau kümmern.

Außerdem gehe die Ausschreibung von einer anzupeilenden Geschwindigkeit von 50 Mbit/s aus. Das sei aber veraltet, sagt Gallenkamp. Er will mit den Netzbetreibern verhandeln und auf 100 Mbit/s hochgehen. Damit das schnelle Netz auch schnell ist.