Obstwiese geplant 21 Bäume für die erste Obstwiese zum Selbstpflücken

Barmen/Barmen. · Die Initiativen Wuppertals Urbane Gärten und Talbuddeln haben Freitag und Sonntag 21 Obstbäume an Paten abgegeben. Im Herbst werden sie auf einer Obstwiese eingepflanzt. Das Geld dafür stammt aus dem Bürgerbudget.

Michael Felstau, Ulrich Christenn und Eva Fuchs (v.l.) gingen vorneweg mit den Bäumen.

Michael Felstau, Ulrich Christenn und Eva Fuchs (v.l.) gingen vorneweg mit den Bäumen.

Foto: Fries, Stefan (fri)

Es war ein wenig ironisch - am Freitag verhinderte ausgerechnet der Regen, den die Bäume überall in der Stadt so dringend gebraucht haben, beinahe die Übergabe von - eben Bäumen. Obstbäumen.

Am Freitag und Sonntag sollten die 21 Bäume an Paten gegeben werden, die diese bis zum 3. Oktober pflegen. Die Bäume sind Teil des Projekts „Essbare Stadt“, das beim Bürgerbudget mit anderen Gartenprojekten 50 000 Euro aus dem Topf zugesprochen bekommen hatte. Sie wurden jetzt geliefert und verteilt und sollen am Tag der Deutschen Einheit in eine Obstwiese am Clausen gesetzt werden, unterhalb der Konsumstraße.

„Am Freitag sind die Bäume viel zu spät gekommen“, erklärt Eva Fuchs von der Initiative Talbuddeln, die das Projekt mit der Interessengemeinschaft Wuppertals Urbane Gärten betreut. Weil es dazu so stark geregnet hat, sind nicht so viele Baumpaten zur Färberei nach Oberbarmen gekommen, wie geplant. „Dabei wollten wir die Verteilung der Bäume extra aufteilen, damit nicht so viele Menschen auf einmal kommen müssen“, erklärt Fuchs den Gedanken, in Barmen und Elberfeld Bäume abzugeben.

Die Gelegenheit nutzen
für einen Zug durchs Viertel

Bei besserem Wetter kamen dann aber mehr als 20 Menschen am Sonntag zum Wandelgarten, wo die zweite Ladung Bäume an Paten verteilt werden sollte. Zuvor hatte es einen „Baum-Gottesdienst“ mit Pfar-rer Ulrich Christenn in der Neuen Kirche an der Sophienstraße, gegeben. Als dann die Bäume von dort mit den Paten zum Wandelgarten kamen, habe das so gut ausgesehen, dass man noch weiterziehen wollte, erklärt Michael Felstau von der IG Urbane Gärten.

Und so fuhren Lastenräder und Schubkarren durch das Luisenviertel - mit lebender, grüner Fracht in Beuteln und Kisten. 21 Obstbäume hat die Initiative für je 150 Euro gekauft - alte Apfelsorten, Mirabellen, Birnen oder auch Pflaumen. Ihre Früchte sollen, wenn sie auf der Obstwiese angekommen sind, dann allen Wuppertalern zur Verfügung stehen. Freies Obst von freien Bäumen.

Felstau erklärt, dass man darauf geachtet habe, hoch wachsende Bäume zu nehmen, damit die Wiese maschinell gemäht werden kann. Der Stadt soll so Arbeit erleichtert werden. Die hat zusammen mit der Initiative die Wiese ausgesucht, die fortan den Bürgern nutzen soll. Felstau lobt eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Ressort Grünflächen und Forsten.

Auch wenn am Sonntag schon ein kleiner Aufmarsch, vielfach mit Masken, durch die Öffentlichkeit gezogen ist, sollte eigentlich viel mehr passieren in Vorbereitung auf den Pflanztag. Felstau sagt, viele Aktionen seien wegen der Corona-Pandemie unmöglich geworden. Fuchs hofft aber, dass bis dahin wieder mehr möglich ist. Sie denkt an eine „Pflanzparty“ - was Teil der Idee von Talbuddeln ist, die an jedem 3. Oktober selbst Hand anlegen, um mehr Bäume in der Stadt einzupflanzen.

Passend zum Nachhaltigkeitsgedanken waren auch Lastenrad-Fahrer vom Mobilen Wuppertal da, um Bäume klimaneutral zu den Paten zu befördern.

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