2010: Das bringt uns das neue Jahr

2010: Das bringt uns das neue Jahr

Vor der Tür steht das Jahr des Döppersbergs, der Nordbahntrasse, des Sparzwangs – und das der Vorfreude auf WM-Feste, etwa im Stadion am Zoo.

Wuppertal. Es ist ein Jahreswechsel der gemischen Gefühle und vieler Fragezeichen - vor allem, wenn es um die finanzielle, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung in Wuppertal geht. Damit steht und fällt eine Menge in der Stadt der Schwebebahn, die voraussichtlich noch bis Mitte April 2010 ganz ohne ihr Wahrzeichen auskommen muss - danach auch noch in den Sommerferien, wenn es unter anderem an die lange geplanten Bauarbeiten im Bereich der Stütze 100 am Übergang von der Land- zur Wasserstrecke geht.

Nicht weniger von Bedeutung sind zwei weitere Baustellen, die im neuen Jahr in Angriff genommen werden: Wie berichtet, wird 2010 zum ersten Baustellen-Jahr am Döppersberg, der bis 2017 einmal von links auf rechts gedreht wird. Den Anfang machen vorbereitende Arbeiten, ohne dass die Verkehrsführung etwa auf der B 7 2010 größer in Mitleidenschaft gezogen wird.

Auf der Nordbahntrasse wartet Wuppertal mit Spannung auf die Einrichtung und Inbetriebnahme des ersten innerstädtischen Teilstücks zwischen dem Rott und Ostersbaum. Bereits am 5. Juni will man dort die Einweihung feiern - neben der Wuppertal Bewegung steht die Stadt bei allen Unterstützern im Wort.

Die Wuppertaler Autobahnen werden auch 2010 Großbaustellen sein. Auf der A 46 geht es mindestens noch bis zum Sommer im Schwerpunkt um den Lärmschutz und auf der A 1 um die Erweiterung auf sechs Fahrspuren - unter anderem verbunden mit dem Neubau der Wupper-Talbrücke. Auf den Südhöhen wird 2010 das neue Jugendgefängnis in weiten Teilen fertiggestellt, während der Lückenschluss zur A 1 dort weiterhin auf sich warten lässt. Nicht minder mit Spannung wird die Eröffnung der sanierten Schwimmoper erwartet.

Wie es unterdessen mit der Bergischen Sonne weitergeht - sie blieb über Weihnachten kommentarlos geschlossen - bleibt zum Jahreswechsel offen. Die Dauerbaustellen des Wuppersammlers werden in diesem Jahr abgeschlossen und schließen einen Kreis, der bis weit in die 90er Jahre zurückreicht und die Gebührenzahler insgesamt 170 Millionen Euro gekostet hat.

Ohne Frage wird 2010 auch zum Jahr der Diskussionen: Das Sparpaket der Stadtspitze wird sich wie ein roter Faden durch das Jahr ziehen - und damit unter anderem die Frage nach der Zukunft der betroffenen Schwimmbäder, des Schauspielhauses und auch der Kleinen Höhe. Dass am 9.Mai außerdem die NRW-Landtagswahl ansteht, wird die Kontroversen noch weiter anfachen.

Und wie sieht es im nächsten Jahr in der eigenen Haushaltskasse aus? Die Gebührenschraube dreht sich auch im neuen Jahr weiter: Wie berichtet, müssen sich Hausbesitzer, Mieter und Unternehmen auf höhere Kosten für Abwasser, Abfall und den Winterdienst einstellen - während die Straßenreinigung in geringem Maße billiger wird. Der durchschnittliche Jahresanstieg liegt laut der Stadt bei einem Vier-Personen-Haushalt bei 5,4 Prozent.

Um durchschnittlich 2,9Prozent oder 0,55 Cent netto pro Kilowattstunde erhöhen die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) zum 1. Januar 2010 den Strompreis. Der Gaspreis der WSW soll unterdessen während der aktuellen Heizperiode bis Ende März stabil bleiben.

Dass Wuppertal trotz vieler schlechter Nachrichten im Jahr 2010 nicht in Sack und Asche daher kommt, garantiert ein Großereignis, auf das sich nicht nur beinharte Fans freuen: Bei der Fußball-Weltmeisterschaft vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2010 wird es in Wuppertal wieder ein großes Public Viewing geben - im Stadion am Zoo. Genutzt werden dabei 4000 überdachte Plätze der Haupttribüne und eine gut 40 Quadratmeter große LED-Wand.

Gezeigt werden die Gruppenspiele ab dem 11. Juni 2010 und die Deutschland-Spiele gegen Australien, Serbien und Ghana. Vom 26.Juni bis zum 7. Juli stehen dann die Begegnungen im Achtel-, Viertel- und Halbfinale auf dem Programm - bevor am 11. Juli um 20.30 Uhr beim Public Viewing das Finale ansteht.

Also: besser schon jetzt alle WM-Termine im Kalender vormerken und nach dem hoffentlich guten Rutsch ins neue Jahr die Deutschland-Fahnen abstauben.

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