Feuertal: 2000 Besucher gingen auf eine Zeitreise

Feuertal : 2000 Besucher gingen auf eine Zeitreise

Das Mittelalterfest „Feuertal“ begeistert mit Musik, Met und friedlicher Stimmung.

Wummernde Bässe dringen aus dem Steinbruch auf der Hardt. Menschen in mittelalterlichen Gewändern quälen sich bei mehr als 30 Grad die Hardt hinauf. Belohnt werden sie mit dem Feuertal-Festival.

Zum 16. Mal beginnt die Reise in eine andere Welt. Von Anfang an dabei ist Cedric Dammasch. „Ich bin zum 15. Mal hier. Nur ein Jahr habe ich ausgelassen“, so der Wuppertaler. Er erinnert sich noch gut an die Anfänge: „In den ersten Jahren war das Festival noch klein und ohne Markt.“ An Atmosphäre hat die Veranstaltung trotzdem nicht verloren, auch wenn sie heute deutlich größer ausfällt: „Es ist immer noch überschaubar, gemütlich und familienfreundlich.“

Gemeinsam mit seiner Familie freut er sich auf das 25-jährige Bühnenjubiläum von „Feuerschwanz“. Ehefrau Tina hofft auf besondere Begegnungen: „Das Schöne ist, dass die Bands nach ihrem Gig einfach mitfeiern und man sie auf dem Gelände trifft. So kann man ins Gespräch kommen und sogar Freundschaften knüpfen.“

Tim Wimmer ist mit seinen Freunden aus Bochum angereist. Allesamt sind sie Fans von „Mr. Hurley“. „Wir waren schon häufiger auf Konzerten. Es war mal wieder Zeit, die Band live zu erleben.“ Beim Feuertal-Festival sind die Ruhrpottler zum ersten Mal: „Die Atmosphäre stimmt, die Menschen sind freundlich und super friedlich“, lobt Tim Wimmer. Da steht einem weiteren Besuch in den kommenden Jahren nichts im Wege.

Zwischen all dem Schwarz, dass die Mittelalter- und Metal-Freunde tragen, tummeln sich auch „normal“ gekleidete Besucher. Helen (möchte ihren Nachnamen nicht nennen. Anmerkung der Red.) wartet auf „Subway to Sally“. „Seit vier Jahren wollte ich immer zum Festival. Es hat nie geklappt. Heute bin ich hier.“

„Subway to Sally“ steht auch bei Rolf Wulf hoch im Kurs. Begleitet von einer ganzen Truppe kommt er aus Düsseldorf. „Seit sechs Jahren zieht es mich jedes Jahr nach Wuppertal. In Düsseldorf gibt es nur wenig Gothik- und Mittelalterfeste.“ Die Stimmung auf der Hardt und vor allem die Musik haben es ihm angetan. Trotzdem ist eine Runde über den Markt natürlich Pflicht.

Dort finden die Gäste neben ausgefallenen Kleidungsstücken auch Lederwaren, Trinkhörner oder Schmuck. Ohne ein Gläschen Met verlässt kaum ein Gast das Gelände. Für Bodenständige ist aber auch Kaffee und Kuchen im Angebot.

„Es läuft gut“, findet Standbetreiber Sebastian Porath. Der Pfälzer verkauft Schmuck aus der eigenen Werkstatt. Seine Spezialität: Äxte in allen Formen. Auch er ist Wiederholungstäter. „Die Aussteller sind wie eine Familie. Wir treffen uns auch auf anderen Festen wieder. Wuppertal zeichnet sich durch seine lockeren, ehrlichen Menschen aus. Sie feiern, sind ausgelassen und bleiben immer freundlich.“ Sichern muss er nichts: „Mir ist in all den Jahren noch nichts gestohlen worden.“

Mit einem kämpfen Besucher wie Aussteller und Bands gleichermaßen: Der Sommer zeigt sich an diesem Samstag noch einmal mit all seiner Macht. Nach wenigen Tanzschritten sind die Gäste durchgeschwitzt und Wassereis ist fast genauso gefragt wie Bier. Der ein oder andere tränkt sein Shirt auch einfach in einem Wasserstrahl. Dann lässt es sich wieder aushalten. Und Seite an Seite reisen jung und alt, Gothik oder Metal durch die Zeit.

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