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19 neue Wohnungen an Wuppertaler Spitzwegstraße

Stadtentwicklung : Spitzwegstraße: 19 neue Wohnungen

Innenverdichtung statt Bau auf der grünen Wiese: Politik und Landwirtschaft begrüßen das Projekt.

Die Nachfrage bei Wohneigentum bleibt hoch. Trotz oder gerade wegen der Pandemie möchten sich viele Menschen den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. Entsprechend massiv wird derzeit auch im Stadtgebiet gebaut. Die Mehrheit der Projekte entsteht dabei auf der grünen Wiese. Das ist unter anderem der Landwirtschaft ein Dorn im Auge. Sie verweist darauf, dass durch den anhaltenden Bauboom in den letzten 30 Jahren rund ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Wuppertal verlorengegangen sei. Auch in der Politik gibt es kritische Stimmen, die vor den ökologischen Folgen dieser Entwicklung warnen. Dass es auch anders geht, zeigt die geplante Bebauung an der Spitzwegstraße in Vohwinkel. Dort plant die Global Bau Gruppe aus Tönisvorst 19 Eigentumswohnungen in zwei Baukörpern.

Investor hofft auf baldige Baugenehmigung

Damit soll der Bereich aufgewertet werden. Das bisherige Gebäude bot schon lange Zeit keinen besonders schönen Anblick mehr. Nach einem Aldi-Markt wurde es durch ein kleineres Einrichtungshaus genutzt. Anfang November starteten die Abrissarbeiten, die mittlerweile abgeschlossen sind. Jetzt soll die Baulücke möglichst zeitnah geschlossen werden.

„Wir hoffen auf eine baldige Baugenehmigung“, erklärt Global Bau Geschäftsführer Michael Todor. Der Investor rechnet danach mit einer knapp zweijährigen Bauphase und mehreren Millionen Euro Kosten. Das Unternehmen setzt nach eigener Aussage auf ein Mehrgenerationenkonzept und bezahlbaren Wohnraum. In den viergeschossigen Baukörpern soll insgesamt eine Wohnfläche von 1645 Quadratmetern entstehen. „Die Wohnungen werden dabei zwischen 55 und 117 Quadratmeter groß sein“, erläutert Baukoordinator Thomas Severin. Zur barrierearmen Umsetzung gehöre ein Aufzug vom Dachgeschoss bis zur Tiefgarage. Hier sollen 17 Stellplätze entstehen. Zudem sind fünf oberirdische Parkplätze vorgesehen.

Kreisbauern setzen auf Innenverdichtung

Für das Projekt in der Spitzwegstraße hat das Unternehmen bereits eine umfangreiche Planung erarbeitet. „Die größte Herausforderung war es, einen Baukörper zu konzipieren, der sich gut in die Umgebung einfügt“, betont Michael Todor. Die Global Bau Gruppe entwickelt derzeit Flächen an 13 Standorten in ganz Deutschland. Darunter ist ein weiteres Wuppertaler Projekt in Barmen. Das Unternehmen hat sich auf Innenstadtverdichtung spezialisiert. „Das Thema bietet viele Chancen“, betont Michael Todor.

Von der Landwirtschaft wird dieser Ansatz und insbesondere die neue Bebauung an der Spitzwegstraße ausdrücklich begrüßt. „Das zeigt doch, dass auch Wohnbauprojekte ohne Flächenfraß möglich sind“, sagt Tim Neues, Vorsitzender der Ortsbauernschaft Wuppertal-West. Er und seine Kollegen fordern schon lange, dass die Innenverdichtung im Stadtgebiet stärker gefördert wird. „Sonst bleiben irgendwann gar keine landwirtschaftlichen Flächen mehr übrig, wenn in diesem Tempo weiter auf der grünen Wiese gebaut wird“, betont Tim Neues. Ähnlich sieht es der Vohwinkeler Bezirksbürgermeister Georg Brodmann (SPD). „Es handelt sich an der Spitzwegstraße um einen attraktiven Standort mit guter Verkehrsanbindung.“ Vohwinkel sei ein wachsender Stadtteil, der dringend neuen und bezahlbaren Wohnraum brauche. „Umso wichtiger ist es, dass gerade bei solchen begrüßenswerten Projekten eine schnelle Baugenehmigung erteilt wird“, so Brodmann.

Deutlich kritischer sind er und andere Stadtteilpolitiker dagegen bei der Bebauung von Grünflächen. Um auf die gestiegene Nachfrage bei Eigentum reagieren zu können, hatte die Stadt das Konzept „Neue Wohnbauflächen für Wuppertal“ aufgelegt. Es weist 33 Flächen mit einem Gesamtvolumen von 157 Hektar als potenzielle Flächen für Wohnbebauung aus. Knapp ein Drittel davon, nämlich 45 Hektar, liegen auf Vohwinkeler Gebiet. Diese Zahl ist unter anderem umstritten, weil dabei viele landwirtschaftliche Flächen erfasst sind.