15.000 Einsätze gegen Alkohol auf Spielplätzen

15.000 Einsätze gegen Alkohol auf Spielplätzen

Seit einem Jahr geht der städtische Ordnungsdienst gegen Alkohol-Sünder vor. Zumeist handelt es sich um Jugendliche.

Wuppertal. Alkohol auf Spielplätzen - das Thema sorgt seit Jahren für wütende Anwohner und vor allem besorgte Eltern. Seit März 2008 hat das Ordnungsamt eine Rechtsgrundlage, um eingreifen zu können: Der Alkoholkonsum und auch das Mitführen von alkoholischen Getränken auf Spielplätzen sind seither verboten - dafür wurde die Wuppertaler Straßenordnung geändert.

Und die Ordnungshüter machen Ernst: Von Mai 2008 bis April 2009 waren sie 15.000 Mal auf Spielplätzen und Grünflächen in der Stadt unterwegs. Ergebnis: Vorwiegend Jugendliche treffen sich dort, um zu trinken. Die gute Nachricht: Offenbar sind die Spielplatz-Alkohol-Sünder bereit, sich die Argumente der Ordnungshüter anzuhören. Zu Gewalt oder körperlichen Widerstand durch die Jugendlichen sei es bei den Kontrollen kein einziges Mal gekommen, zieht Carsten Vorsich vom Ordnungsamt Bilanz. Die schlechte Nachricht: In 69 Fällen waren dann doch Anzeigen und Bußgelder fällig.

Seit Beginn der Kontrollen sieht Vorsich "deutlich weniger Beschwerden durch Anwohner". Auch das Jugendamt berichtet von weniger Scherben und Problemen auf den 84 Spielplätzen und 28 Grünflächen in der Stadt.

Der Aufwand des kommunalen Ordnungsdienstes ist trotzdem groß: Mit vier Einsatzwagen und in zwei Schichten wird kontrolliert - nicht nur tagsüber, sondern auch abends und nachts. Zielgebiet sind außer Barmen und Elberfeld auch die umliegenden Stadtteile. Und: Gerade bei Kontrollen in Elberfeld und auf der Hardt - ein beliebter Treffpunkt junger Wuppertaler - arbeitet das Ordnungsamt zudem eng mit der Polizei zusammen.

Alkohol und Jugendliche - ein Dauerthema. Und an einem Punkt gibt es für für die Spielplatz-Kontrolleure keinen Spielraum mehr. Wenn Jugendliche unter 16 Jahren mit Alkohol erwischt werden, müssen auf jeden Fall die Eltern informiert werden.