140-Tonnen-Bagger legt Wuppertaler A 46-Brücke in Schutt und Asche

Brückenabriss : Nur 60 Stunden: Brückenabriss am Westring

Bis zum Montag müssen 800 Tonnen Stahlbeton an der A 46 bei Wuppertal zerkleinert sein. Dabei hilft ein besonderer Bagger.

Mit wuchtigen Schlägen rückt die massive Spitze des riesigen Abrissbaggers der Brückenkonstruktion zu Leibe. Das Material erweist sich als äußerst widerstandsfähig, so dass selbst mit schwerem Gerät Geduld gefragt ist. Schließlich stürzt das nordwestliche Brückenteil mit ohrenbetäubendem Lärm in sich zusammen. Jetzt müssen rund 800 Tonnen Stahlbeton zerkleinert und abtransportiert werden. Dafür sind im Schichtbetrieb acht bis zehn Mitarbeiter, vier Bagger und etliche Fahrzeuge rund um die Uhr im Einsatz.

Der Abbruch der Brücke Westring in Fahrtrichtung Düsseldorf ist für das Team eine Mammutaufgabe. Knapp 1000 Kubikmeter Material kommen beim Überbau zusammen. Weitere 750 Kubikmeter machen die Widerlager und Pfeiler aus. Angesichts dieser Masse gilt das Prinzip: Viel hilft viel.

Einer der größten Abbruchbagger Deutschlands

„Wir haben einen der größten Abbruchbagger Deutschlands im Einsatz“, sagt Vorarbeiter Lukas Raming. Mit 140 Tonnen ist das Spezialgerät ein echtes Schwergewicht. Die anderen drei Bagger bringen noch rund 40 Tonnen auf die Waage. Beim Brückenabriss am Wochenende wollte die Landesbehörde Straßen NRW nichts dem Zufall überlassen. Am Freitag um 16 Uhr wurde der Westring für die Arbeiten voll gesperrt, bis Montagmorgen um 5 Uhr sollte die Straße wieder freigegeben werden. „Wir haben nur 60 Stunden Zeit, da darf nichts schief gehen“, betont Bauleiter Dominik Radtke. Ein Schaden am Hauptbagger hätte nach seiner Aussage fatale Folgen.

So wenig Staub wie möglich sollte aufgewirbelt werden

Außerdem mussten mehrere Bereiche auf Kampfmittel aus dem zweiten Weltkrieg untersucht werden. „Der Verdacht hat sich aber glücklicherweise nicht bestätigt“, so Radtke. Besser als beim Abriss des ersten Brückenteils vor zwei Jahren sollte die Staubentwicklung verhindert werden. „Wir arbeiten mit einer Wasservernebelung, so dass die Partikel gebunden werden“, erläutert Olaf Wüllner von Straßen NRW. Ganz zu vermeiden sei Staub allerdings nicht.

Kritik am Verfahren kommt von der benachbarten Siedlergemeinschaft Bremkamp. „Wagenwäschen und Fassadenreinigungen sind fällig, da die vorgeschriebene Wasserwand nur sporadisch im Einsatz war und ihren Zweck überhaupt nicht erfüllt hat“, sagt Martin Belz vom Vorstand. Er hoffe auf Kulanz bezüglich entsprechender Ansprüche der Anwohner. Zudem seien anders als von Straßen NRW angekündigt auch nach 22 Uhr noch laute Arbeiten durchgeführt worden.

„Was die hier schaffen, ist eine starke Leistung“

Insgesamt würdigt der zweite Vorsitzende aber die Maßnahme mit einem Investitionsvolumen von rund sieben Millionen Euro. „Was die Arbeiter hier schaffen, ist eine starke Leistung. Wir alle freuen uns, dass in zwei Jahren alle Arbeiten abgeschlossen sein werden und die A46 durch den Schallschutz etwas leiser geworden ist“, so Belz.

In den kommenden Monaten werden laut Straßen NRW der Abbruch der Widerlager und Pfeiler und der Abtransport des Materials weitergehen. Dafür reiche die bisherige Regelung mit einer Baustellenampel aus. Nach den entsprechenden Vorarbeiten soll voraussichtlich im Frühjahr 2020 der Aufbau des zweiten Brückenteils erfolgen. Bezüglich der Abbrucharbeiten war Straßen NRW bei Redaktionsschluss optimistisch, dass die Arbeiten planmäßig abgeschlossen und der Westring am heutigen Montagmorgen um 5 Uhr wieder freigegeben werden kann.

Neubau der Brücke ist wichtig für Ausbau der A46

 Der Neubau der Brücke Westring ist eine wichtige Voraussetzung für den sechsstreifigen Ausbau der A46 im knapp drei Kilometer langen Abschnitt bis zum Sonnborner Kreuz. Zwischen 30 und 35 Millionen Euro sollen in das Großprojekt fließen. Laut Straßen NRW nutzen über 90 000 Fahrzeuge täglich die A 46 zwischen Düsseldorf und Wuppertal, was den Bereich an die Grenze der Belastung bringe.

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