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1000 Päckchen Nächstenliebe: "Weihnachten im Schuhkarton"

1000 Päckchen Nächstenliebe: "Weihnachten im Schuhkarton"

Bei der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ werden arme Kinder in aller Welt beschenkt.

Wuppertal. Weihnachten ist nicht mehr fern — und allmählich steigt auch in Wuppertal in puncto Geschenken der Stress-Pegel. Davon kann Annette Fischer ein Lied singen: Zusammen mit ihren 18 Mitstreitern packt, sammelt und kontrolliert sie momentan rund 1000 Geschenk-Kartons — zum fünften Mal koordiniert die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (EFG) Ostersbaum als Annahmestelle in Wuppertal die internationale Kampagne „Weihnachten im Schuhkarton“, mit der bedürftige Kinder in mehreren Ländern beschenkt werden.

„Kinder sind immer das schwächste Glied in der Kette“, erklärt Fischer. Wenn sie Bilder von Kindern aus Osteuropa sehe, die ausgehungert in Baracken hausen müssten, überkomme sie das Grauen. Mit der Aktion wolle sie ein Hoffnungszeichen setzen: „Gott liebt die Kinder, deshalb wollen auch wir etwas für die Kinder tun“, erklärt Fischer.

Damit steht sie nicht allein: 876 gepackte Schuhkartons seien im vergangenen Jahr allein in Wuppertal abgegeben worden. In diesem Jahr wollen die Ehrenamtlichen die 1000er-Marke knacken. Die Kampagne erfreut sich immer größerer Beliebtheit: Am vergangenen Sonntag habe eine Seniorin 30 Schuhkartons im Gemeindesaal abgeladen, erzählt Hanna Schemberger. Neben Privatleuten — vorrangig Familien — packen aber auch Schulklassen und Wuppertaler Unternehmen gerade fleißig Schuhkartons.

„Aufgrund der Zollbestimmungen ist allerdings nicht alles gestattet“, warnt Fischer: Gebrauchte Gegenstände, Lebensmittel und Süßigkeiten mit Gelatine oder Nüssen seien verboten. Sie rät stattdessen zu warmer Kleidung, Hygieneartikeln, Kuscheltieren und Spielsachen. Schon einfache Dinge würden den Kindern eine große Freude bereiten, weiß Schemberger: „Im letzten Jahr hat ein Kind geschrieben, dem ein Schulheft geschenkt wurde — es war so dankbar.“

Sind die Pakete mit dem Altersgruppen-Etikett versehen, können sie bis zum 15. November an 14 Stellen in Wuppertal abgegeben werden. Von dort sammeln Fischer und ihre Mistreiter die Schuhkartons ein, um sie zu kontrollieren: „Findet der Zoll ein falsch gefülltes Päckchen, geht die ganze LKW-Ladung baden.“

Wenn ein Spediteur die Versandkartons abgeholt habe, stehe noch der Papierkram an: Quittungen müssen ausgestellt und die Spenden — für Abwicklung und Transport werden sechs Euro pro Schuhkarton erbeten — abgerechnet werden. Dann beginnt auch für Fischer der ganz normale Weihnachtsstress. Denn die eigene Familie will ja schließlich am Fest der Liebe auch nicht leer ausgehen.