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1000 Motorradfahrer trainieren Sicherheit

1000 Motorradfahrer trainieren Sicherheit

Die Wuppertaler Polizei bot zum Saisonstart einen Kurs an. Dabei ging es um Geschwindigkeit und Sichtbarkeit.

Wenn nach einem Unfall die Maschine liegt, braucht es die richtige Technik, um sie wieder aufzustellen. Den Notausschalter betätigen, die Seitenständer aufklappen und dann das Motorrad mit einer Räuberleiterhaltung am Griff zurückhebeln. Hauptkommissar Dieter Moors vom Präsidium Wuppertal und sein Team präsentierten damit einen von vielen lebensnahen Tipps für die Praxis. Rund 40 Biker hatten sich im Kreis um die schwere BMW-Polizei-Maschine gestellt, um gut sehen zu können. Immer neue Motorräder fuhren auf den Parkplatz an der L 74 nahe der T-Kreuzung Richtung Remscheid oder Solingen.

„Das ist ein offenes Angebot“, erläuterte Moors, der seit Jahren mit dem Projekt „Am Limit lenkt der Zufall“ im Bergischen unterwegs ist, um niedrigschwellig zu schulen, zu informieren — und vor allem immer wieder das Bewusstsein für Gefahrenquellen zu schärfen. Moors rechnete über den Tag verteilt mit 1000 Besuchern.

Dieter Moors, Hauptkommissar

Der Sicherheitstrainingstag in Müngsten war ein Puzzleteil, ein Angebot, bei dem jeder Biker kommen und gehen konnte, wie er wollte. Die Johanniter und der Motorrad-Sicherheitstrainer Matthias Marsch waren Kooperationspartner. Dabei waren ebenfalls sogenannte „Limiter“ — Biker, die bereits an einem Sicherheitstraining teilgenommen und für sich einen Vertrag unterschrieben haben, das Gehörte verantwortungsvoll umzusetzen. „Wenn einer ohne Uniform auf Augenhöhe mit gutem Beispiel vorangeht und in seiner Motorradgruppe entsprechende Akzente setzt, ist das unglaublich viel wert“, sagte Moors. Immer wieder wichtig sei es, den Bikern ein Gefühl für ihre Geschwindigkeit zu geben.

Eine zweifarbig ausgelegte Strecke verdeutlichte die unterschiedlichen Bremswege bei den Tempi 50 und 70 km/h. Bei der höheren Geschwindigkeit hat man noch 58 km/h drauf, wenn man den Punkt passiert, an dem man bei 50 km/h schon gestanden hätte.

Eine Praxis-Demo beeindruckte noch mehr: „Je drastischer der Effekt, desto deutlicher ist die Einsicht“, war dabei das Motto, als eine Polizei-Maschine aus vollem Tempo eine Vollbremsung machte — und entsprechend lange weiterrutschte, bis sie endlich stand.

Eindrucksvoll waren auch die 84 gelben Warnwesten, die an einer Leine hingen. „So viele Motorradfahrer sind im vorigen Jahr auf den Straßen in NRW gestorben“, sagte Moors. „Die drei roten Westen dazwischen stehen für die aus unserem Bezirk.“ Vielfach sei eine Unfall-Ursache, dass Biker schlecht gesehen würden: Ihre schmale Silhouette sei nun einmal nicht gut wahrnehmbar. „Es ist wichtig, leuchtende Farben zu tragen. Die knallen einfach besser.“