1. NRW
  2. Wuppertal

100 Quadratmeter Öko-Paradies

100 Quadratmeter Öko-Paradies

Seit 40 Jahren gärtnern Monika und Udo Holthaus Seite an Seite. Ihr kleines Refugium im Grünen ist so naturbelassen wie möglich. Einer der Clous: ein Insekten-Hotel.

Wuppertal. Radieschen, Möhren, Rettich, rote Zwiebeln, Kartoffeln — die Liste der Gemüsesorten, die auf der 100 Quadratmeter großen Parzelle des Ehepaars Holthaus sprießen, ist schier unendlich. 40 Jahre auf der eigenen Scholle haben die beiden zu Experten in Sachen Naturgarten gemacht.

Als sie die Parzelle in der Kleingartenanlage „In den Stöcken“ 1971 übertragen bekamen, war Udo Holthaus nämlich schnell klar: „Hier möchte ich keinen Beton sehen.“ Und so begann der gelernte Fliesenleger gemeinsam mit seiner Frau aus dem Brachland ein Refugium für sich selbst zu schaffen. Mehr als ein Jahr ackerten sie auf ihrem Acker. Seither wachsen im Garten mit der Nummer 53 im Meisenweg viele verschiedene Blumen-, Gemüse- und Obstsorten.

Udo Holthaus ist dabei der Pragmatiker: Stolz zeigt der 71-Jährige sein Treibhaus, in dem er viele Pflanzen selber zieht. Die wachen Augen blitzen schelmisch, wenn er die grünen Sprösslinge liebevoll mit Wasser versorgt. Aber nicht allein auf die eigenen Zucht-Künste verlässt sich Udo Holthaus — ein Insektenhotel bietet denjenigen Insekten Unterschlupf, die als Einzel-Individuen unterwegs sind.

Auch Solitär-Bienen und -Hummeln nutzen das Hotel, um die eigene Brut dort abzulegen. Denn ohne Insekten, kein Obst, weiß der Hobby-Gärtner — und im Holthausschen Garten wird dank des Insekten-Hotels jede Menge Blütenstaub verteilt.

Das freut auch Monika Holthaus. Ihr Steckenpferd sind die Beete. Neben tollen Blumenarrangements — viele davon natürlich aus der eigenen Aufzucht und im Kreislauf der natürlichen Kompostierung — ist sie für die Obstbäume und -sträucher verantwortlich — vor allem nach der Ernte. „Sie müssten mal unsere Marmeladen-Galerie zu Hause sehen“, neckt Udo Holthaus seine Frau.

Verzichten würde er auf die hauseigenen Produkte aber nicht gern. Auch wenn Mangold, Erbsen und Bohnen, die nach den Eisheiligen gesetzt werden sollen, nur für wenige Mahlzeiten reichen, gibt es nichts schöneres als die eigenen Früchte zu ernten und anschließend zu verspeisen. „Und das Beste“, sagt Udo Holthaus mit verschmitztem Blick. „Bei uns ist alles 100 Prozent Bio.“

Abends, wenn alle Arbeit getan ist, genießen die beiden bei einem Glas Wein, ihren Naturgarten unter einem Baldachin aus wildem Wein — welcher nach der Ernte natürlich zu Marmelade verarbeitet werden soll.