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Wohngeld: Stadt rechnet mit Verdreifachung​

Mehr Menschen haben Anspruch auf Mietzuschuss : Wohngeld: Stadt rechnet mit Verdreifachung

Ab dem 1. Januar 2023 gibt es nach der Reform des Wohngeldes einen höheren Zuschuss zur Miete. Außerdem sind jetzt mehr Menschen berechtigt, Wohngeld in Anspruch zu nehmen – zum Beispiel Geringverdiener oder Menschen mit geringer Rente.

Das hatten Bundestag und Bundesrat im November beschlossen.

Zum 1. Januar soll die Neuerung umgesetzt werden. Das Land NRW, das für die Auszahlung des Wohngeldes zuständig ist, kann aber bis dahin sein IT-Verfahren und das notwendige Online-Tool nicht rechtzeitig umstellen.

Das bedeutet, dass bis zum April eine Auszahlung des erhöhten Wohngeldes nicht möglich sein wird. Menschen, die bereits Wohngeld beziehen, bekommen den gleichen Betrag wie in der Vergangenheit. Ab April wird dann der höhere Betrag gezahlt – auch rückwirkend für die ersten drei Monate des Jahres. Das geschieht automatisch.

Um das erste Quartal zu überbrücken, hilft eine weitere finanzielle Erleichterung für alle, die Wohngeld beziehen: Sie bekommen im Januar 2023 den Heizkostenzuschuss II. Für einen Ein-Personen-Haushalt sind das 415 Euro, für einen Zwei-Personen-Haushalt 540 Euro. Für jede weitere Person im Haushalt gibt es 100 Euro. „Trotz des extrem kurzen Vorlaufs und der herausfordernden technischen und personellen Anforderungen haben Land und Kommunen jetzt eine Lösung gefunden, um die vom Bund beschlossene Wohngeldreform so zeitnah wie möglich umzusetzen und die Übergangsphase möglichst gut abzufedern. Dafür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar“ sagt Oberbürgermeister Uwe Schneidewind.

Alle Wohngeldbezieher in Wuppertal bekommen Post von der Stadt, in der über die aktuelle Entwicklung informiert wird.

Wohngeld können Haushalte beantragen, die zwar keine Sozialleistungen beziehen, trotzdem aber wenig Geld haben. Künftig sollen jetzt nach der Reform Familien, Alleinerzieher, Rentner Wohngeld bekommen, die wegen eines geringen Einkommens laufende Kosten nicht tragen können. Wuppertaler, auf die das zutrifft, können jetzt Wohngeld beantragen. Sie bekommen bei Berechtigung zunächst auch den niedrigeren Satz nach alter Wohngeld-Regelung und ab April dann rückwirkend den höheren Satz.

Bundesweit erhielten bislang 600 000 Haushalte den staatlichen Zuschuss zur Miete. In Zukunft, so die Berechnungen, werden rund zwei Millionen Menschen dazu berechtigt sein. In Wuppertal erhielten bislang 4000 Haushalte einen Zuschuss zur Miete. Die Fachleute der Stadt rechnen in Zukunft mit mindestens 12 000 Haushalten, die ein Anrecht auf Unterstützung für die Miete haben. „Wir haben kurzfristig neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht, die im Laufe des nächsten Jahres kommen und eingearbeitet werden. Die Reform hat uns keinen großen Vorlauf ermöglicht. Wir bitten um Verständnis, wenn es zu Beginn weniger rund läuft als wir uns das wünschen“, so Dezernent Arno Minas.

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