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NRW: Wieso es mehrfach Namen wie „Kassel“ in Düsseldorf gibt

NRW : Wieso es mehrfach Namen wie „Kassel“ in Düsseldorf gibt

Die Namen der Stadtteile verraten oft etwas darüber, wie es hier vor vielen Jahrhunderten aussah.

Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der Düsseldorfer Stadtteile und erklären, wo in deren Vergangenheit der Namensursprung zu finden ist. Heute geht es um die linksrheinischen Stadtteile, die zusammen den Stadtbezirk 4 bilden.

Oberkassel, Niederkassel

Der Name Kassel ist im Rheinland nicht unüblich. Auch Bonn hat einen Stadtteil namens Oberkassel, und bei Troisdorf liegt die Kleinstadt Niederkassel. Auch die Stadt Kassel in Hessen leitet sich vom selben Wort ab: Castellum, Latein für Schloss oder Burg.

Der Name deutet darauf hin, dass in diesem Gebiet früher eine alte römische Befestigungsanlage gestanden haben könnte, bisher wurden allerdings keine Spuren gefunden. Sowohl Ober- als auch Niederkassel sind als kleine, bäuerliche Dörfer innerhalb der Landgemeinde Heerdt entstanden. Politisch gehörte die Gegend zu Kurköln und dem Herzogtum Kleve, weshalb die heutigen linksrheinischen Stadtteile traditionell eher in Richtung Neuss und Köln orientiert waren als zum rechtsrheinischen Düsseldorf. Einfluss auf die Landgemeinde wurde von dort erst im 17. Jahrhundert ausgeübt, als Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz, besser bekannt als Jan Wellem, am Oberkasseler Rheinufer das Fort Düsselburg zum Schutz der Stadt vor Angriffen aus dem Westen errichtete.

Heerdt

Der heutige Düsseldorfer Stadtteil Heerdt wurde im 9. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Bevor die Gegend dicht besiedelt wurde, war das Rheinknie eine sehr waldreiche Landschaft – daher könnte der Name Heerdt auch von der althochdeutschen Bezeichnung „Hard“ abgeleitet sein, die einen Bergwald oder bewaldeten Hügelzug beschreibt. Auch dieser Name taucht in anderen Städten als Ortsbezeichnung einigermaßen häufig auf.

Die heutige Siedlung Heerdt geht auf einen Hof zurück, der zur Zeit der Franken errichtet wurde. Im Mittelalter gehörten alle Siedlungen des heutigen linksrheinischen Düsseldorfs zum Kirchspiel Heerdt. Das änderte sich erst, als das Gebiet 1909 nach Düsseldorf eingemeindet wurde und die heutigen Stadtteile entstanden.

Lörick

Wie auch der Name des größeren Nachbars Heerdt leitet sich die Bezeichnung Lörick von der früher sehr waldigen Umgebung am linken Rheinufer ab. Die Silbe „Loh“ oder „Loch“ steht im Althochdeutschen für einen Wald, „riche“ oder „rick“ stehen für „reich“. Historisch kommen für den heutigen Stadtteil auch die Bezeichnungen Luriche oder Lurike vor.

Das heutige Lörick war, mehr noch als die umgebenden Siedlungen, bis in die Neuzeit hinein nicht mehr als eine lose Ansammlung einzelner Gehöfte, die wechselnd zu den umgebenden größeren Siedlungen gehörten. 1817 wird „Niederlörick“ von der Bürgermeisterei Büderich verwaltet, 1836 als „Oberlörick“ von Heerdt. Ob es eine Unterscheidung dieser beiden Begriffe gab und wo genau sie lag, ist heute nicht mehr bekannt.