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Weniger Tote bei Verkehrsunfällen in NRW

Bundesweiter Trend : Weniger Tote bei Verkehrsunfällen in NRW

In NRW ist die Zahl der Verkehrstoten weiter gesunken. Auch bundesweit sind weniger Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr getötet worden. Die Zahlen sind jedoch regional sehr verschieden.

In NRW ist die Zahl der Verkehrstoten weiter gesunken, teilte das statistische Bundesamt mit. Insgesamt sind im Jahr 2020 430 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet worden. Das sind 26 weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten und Leichtverletzten ist rückläufig: Schwerverletzt wurden insgesamt 12.110 Personen, 10,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Als leichtverletzt galten im Jahr 2020 54.491 Unfallopfer. Das ist ein Rückgang von 15,2 Prozent. In Summe hat es 67.031 Unfalle gegeben, bei denen jemand verunglückt ist. Die Zahl ist um 14,4 Prozent zurückgegangen.

Ein Grund für den starken Rückgang könnte das geringere Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen in NRW durch die Corona-Maßnahmen und Homeoffice sein.

Zahl der Verkehrstoten bundesweit so niedrig wie noch nie

Bundesweit ist die Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren gesunken. Bei Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen kamen 2724 Menschen ums Leben - das waren 322 Todesopfer oder 10,6 Prozent weniger als im Jahr 2019.

Auch die Verletztenzahl ging im Vorjahresvergleich um 14,7 Prozent auf rund 328.000 zurück. Als Hauptgrund nannten die Statistiker, dass wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr auf deutschen Straßen deutlich weniger Kilometer zurückgelegt worden seien als 2019.

Jeder dritte Radverkehrstote ist eine Pedelec-Fahrer

Die Zahl der getöteten Pedelec-Fahrer stieg um auf um 19,1 Prozent auf 137. Das waren 22 tödlich verunglückte E-Bike-Fahrer mehr als im Vorjahreszeitraum. Unfallforscher Siegfried Brockmann findet das „alarmierend“: „Jeder dritte Radverkehrstote ist inzwischen ein Pedelec-Fahrer“, rechnet er vor. „Das ist Wahnsinn“, vor allem wenn man sich den Bestand anschaue: Das Verhältnis von Fahrrädern zu Pedelecs in Deutschland sei etwa eins zu zehn. Das liege vor allem an den Nutzen, glaubt Brockmann.

Bundesländer zeigen aber große Unterschiede

Insgesamt nahm die Polizei den Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund 2,3 Millionen Unfälle auf, 15,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Bei zwei Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden (minus 16,3 Prozent). Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ging um 11,8 Prozent auf rund 264.900 zurück.

Allerdings verzeichneten die Statistiker regionale Unterschiede. So gab es unter anderem in Brandenburg, Berlin, Schleswig-Holstein und Bremen mehr Verkehrstote, in allen übrigen Bundesländern sank hingegen die Zahl der Todesopfer. Dabei wurden die stärksten Rückgänge in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern registriert.

Detailliertere Ergebnisse zu den Unfallarten liegen den Statistikern für den Zeitraum Januar bis November 2020 vor. Demnach gab es den stärksten prozentualen Rückgang in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres bei den Getöteten in Personenkraftwagen (minus 14,3 Prozent).

Die Zahl der Todesopfer bei Kraftradfahrern sank um 8,6 Prozent, diejenige der getöteten Fußgänger um 9,1 Prozent. Dagegen nahm die Zahl der getöteten Pedelecfahrer von Januar bis November um 19,1 Prozent zu.

Bundesweite Statistik zu den Verkehrstoten

(AFP/kue/dpa)