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Weitere Schulöffnungen in NRW trotz steigender Corona-Zahlen

Corona : Weitere NRW-Schulen öffnen trotz steigender Corona-Zahlen

Die Corona-Zahlen steigen in der Tendenz wieder. Dennoch schreiten die Schulöffnungen in NRW nach dem zweiten Lockdown deutlich voran. Zu zahlreichen Schutzauflagen kommen nun Selbsttest hinzu.

Die Schulöffnungen in NRW werden am Montag trotz zuletzt wieder steigender Corona-Infektionszahlen mit dem nächsten Schritt fortgesetzt. Nach Monaten des Distanzunterrichts kehren viele Kinder und Jugendliche der weiterführenden Schulen zumindest tageweise in die Klassenräume zurück. Damit sollen bis zu den Osterferien in zwei Wochen nun wieder alle Schüler und Schülerinnen im Land Präsenzunterricht erhalten in einem Wechselrhythmus mit dem Lernen zuhause. Vor drei Wochen machten die Grundschüler und Abschlussjahrgänge in den Schulen den Anfang.

Der Kreis Düren hatte wegen der Infektionslage beantragt, von der weiteren Schulöffnung in den zwei Wochen bis zu den Osterferien ausgenommen zu werden. Das Schulministerium lehnte das am Freitag aber ab. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Schulen in den betroffenen Kommunen in besonderem Maß für das Infektionsgeschehen verantwortlich seien, hieß laut dem Kreis aus dem Ministerium. Schulschließungen oder die Einschränkung des Schulbetriebes kämen demnach erst als letztes Mittel in der Pandemiebekämpfung infrage.

Die NRW-Landesregierung sieht keinen Anlass, die Schulen nicht weiter zu öffnen. Tests für Lehrer und Schüler würden „eine Menge Sicherheit in den Unterricht“ bringen, hatte am Donnerstag Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erklärt. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte mehrfach erklärt, dass es dabei um Bildungserfolg und Bildungsgerechtigkeit sowie um den Schutz im Schulleben gehe.

„Im Rückblick war es richtig, so lange wie möglich am Präsenzunterricht festzuhalten. Das erste Schulhalbjahr konnte unter Wahrung der strengen Vorgaben für den Infektionsschutz weitestgehend im Präsenzunterricht durchgeführt werden“, sagte sie der dpa. Davon profitierten die Schüler und Schülerinnen nun, zum Beispiel bei der Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfungen. „Und obwohl in den vergangenen Wochen in den Schulen eine zunehmende Professionalisierung des Distanzunterrichts zu beobachten war, ist es nun ebenfalls richtig, Schritt für Schritt den Präsenzunterricht für weitere Klassen wiederaufzunehmen.“

Nach Ansicht der Landeselternschaft der Gymnasien bleibt das Thema Schule in der Corona-Pandemie „ein Ritt auf der Rasierklinge“. „Es ist verständlich, wenn Eltern in Regionen mit einer hohen Inzidenz Bedenken haben, ihr Kind in die Schule zu schicken“, erklärte Vorstand Franz-Josef Kahlen. Die Lage werde mit den steigenden Neuinfektionen wieder kritischer, während sich an den Schulen in Sachen Gesundheitsschutz kaum etwas getan habe. „Der Schritt in den Präsenzunterricht am Montag läuft nicht parallel mit neuen, zusätzlichen Schutzmaßnahmen, die seit langer Zeit gefordert werden.“

Die weiterführenden Schulen sollen ab Dienstag die ersten von 1,8 Millionen Selbsttests erhalten, die bis zu den Osterferien verteilt werden. Die Schüler und Schülerinnen können sich dann laut Schulministerium einmal pro Woche freiwillig selbst unter Aufsicht in der Schule testen. In Bergisch Gladbach beginnt schon einen Tag vor den anderen Kommunen am Montag die Verteilung von Spucktests an Schüler. Nach Ansicht der GEW kommen für die Durchführung der Selbsttests bei den Schülern nicht die Lehrkräfte infrage. Die Gewerkschaft fordert klare Richtlinien auch bei der Frage, was bei positiven Tests folgt. Auch das Beachten der AHA-Regeln und das Lernen in festen kleinen Gruppen seien wichtig.

„Anders als im Herbst des letzten Jahres kehren die Schülerinnen und Schüler nur eingeschränkt an die Schulen zurück und werden in einem Wechselmodell unterrichtet“, sagte Helmut Dedy, Geschäftsführer des Städtetages NRW. Ob nach den Osterferien mehr Präsenzunterricht möglich sein werde, hängt davon ab, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Ähnlich sieht das auch die GEW: „Der Unterricht im Wechselmodell kann nicht dem Unterricht in vollem Umfang entsprechen, es kann nicht die volle Stundentafel abgebildet werden. Es ist also eine deutlich andere Situation als vor den Weihnachtsferien.“

(dpa/lnw)