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Was Wähler über die Stichwahl in Düsseldorf wissen müssen

Briefwahl, Wahllokale, Missverständnisse : Schon 106 000 Stimmen abgegeben

Bei der Stichwahl entschieden sich noch mehr Düsseldorfer für ein Votum per Brief. Die wichtigsten Infos zu Sonntag.

Rund 470 000 Düsseldorfer sind für Sonntag erneut zur Abstimmung aufgerufen. Bei der Stichwahl muss zwei Wochen nach der Kommunalwahl nur noch ein Kreuz gemacht werden: Amtsinhaber Thomas Geisel (SPD) und Stephan Keller (CDU) stehen für das Oberbürgermeister-Amt zur Auswahl. Die wichtigsten Infos:

Briefwahl

Die Zahl der Briefwähler liegt sogar noch höher als im ersten Wahlgang. 126 000 Anträge waren bis Freitagnachmittag gestellt worden, schon 106 000 ausgefüllte Stimmzettel sind beim Wahlamt wieder eingetroffen. Die Schwierigkeiten der Kommunalwahl, bei der viele Unterlagen nicht rechtzeitig angekommen waren, scheinen sich nicht zu wiederholen. „Die Zustellung läuft deutlich reibungsloser“, sagt Wahlleiter Christian Zaum.

Folglich ist ein Großteil der Stimmen bereits vor der Öffnung der Wahllokale abgegeben. Die Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen ist traditionell niedrig, mit 50,6 Prozent lag sie diesmal sogar höher als bei den letzten Wahlen. 247 323 Wähler haben am 13. September ihre Stimme abgegeben. Bei Stichwahlen ist die Wahlbeteiligung in der Regel noch niedriger – damit könnte mehr als die Hälfte der Stimmen diesmal auf die Briefwahl entfallen. Der Rekordzulauf gilt als Folge der Corona-Pandemie.

Wichtig: Wer die Briefwahlunterlagen noch nicht erhalten hat, muss das spätestens bis Samstag, 12 Uhr, reklamieren. Dazu ist ein persönlicher Besuch im Wahlamt an der Brinckmannstraße 5 nötig. Dort lässt sich direkt die Stimme abgeben. Was Briefwähler auch wissen müssen: Ihr Brief muss bis Sonntag, 16 Uhr, im Wahlamt eingetroffen sein. Alternativ können die Wahlbriefumschläge bis Sonntagmorgen um 9 Uhr in die Briefkästen an den Bezirksverwaltungsstellen und Bürgerbüros geworfen werden. Wer Briefwahl beantragt hat, kann seine Stimme hingegen nicht mehr in seinem Wahllokal abgeben. Das hatten am 13. September etliche Bürger vergeblich versucht.

Wahl vor Ort

Die Wahllokale öffnen am Sonntag von 8 bis 18 Uhr. Die Stimmabgabe erfolgt in den 315 bereits bei der Hauptwahl genutzten Wahlräumen. Wer nicht weiß, in welchem Lokal er die Stimme abgeben muss, findet Hilfe bei unter Telefon 0211/8993368 oder auf der Internetseite. Es gilt Maskenpflicht, zudem kann zum Infektionsschutz ein Stift mitgebracht werden.

 Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) mit Oberbürgermeister Thomas Geisel im Andreas-Quartier.
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) mit Oberbürgermeister Thomas Geisel im Andreas-Quartier. Foto: Endermann, Andreas (end)

duesseldorf.de

Missverständnisse

Zwei Punkte führen offenbar zu vielen Missverständnissen. Dies zeigen etliche Nachrichten an unsere Redaktion. Zum einen hatten alle Wahlberechtigten erneut Post von der Stadt erhalten. Dabei handelte es sich lediglich um eine Info-Karte, die an die Stichwahl erinnerte, nicht um eine zusätzliche Wahlbenachrichtigung – es besteht also nicht die Gefahr doppelter Stimmabgabe.

Das andere Missverständnis betrifft den Stimmzettel. Dort ist jeweils der Beruf des Kandidaten und eine Zeile tiefer der Wohnort angeben. Bei Thomas Geisel ergibt das „Oberbürgermeister Düsseldorf“, bei Stephan Keller „Stadtdirektor Düsseldorf“ – er ist aber natürlich Stadtdirektor in Köln.