Halloween-Phänomen: Was ist aus den Horror-Clowns geworden?

Halloween-Phänomen : Was ist aus den Horror-Clowns geworden?

Horror-Clowns sorgten in den vergangenen Jahren rund um Halloween für Schlagzeilen und Hysterie in den sozialen Medien. Doch wie kam es eigentlich zu dem Phänomen und wie hat es sich in Wuppertal, Krefeld und Düsseldorf entwickelt?

Es war ein Phänomen, das rund um Halloween für Angst und Schrecken sorgte: Sogenannte Horror-Clowns waren auf den Straßen Deutschlands unterwegs und erschreckten andere Menschen – oft mit (Schein-)Waffen in der Hand. Insgesamt 415 Vorfälle registrierte die Polizei in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2016, die vor allem in der Zeit rund um Halloween zugenommen hatten. Aber auch unzählige Falschmeldungen über Sichtungen verbreiteten sich im Netz und sorgten für einen regelrechten Hype.

Wie kam es zu dem Horror-Clown-Phänomen?

Seit August 2016 gab es in den USA immer wieder Meldungen über „Creepy Clown“-Sichtungen, viele davon stellten sich jedoch später als Falschmeldung heraus. Sie verbreiteten sich jedoch schnell und es dauerte nicht lange, bis die Welle auf andere Länder überschwappte - Social Media sei Dank. Der Soziologe Robert Bartholomew, der sich seit Jahren mit dem Thema Massenhysterie beschäftigt, sagte dem Guardian dazu: „Die sozialen Medien spielen eine entscheidende Rolle im Verbreiten von Panik, die durch Gerüchte geschürt werden und in einem Wimpernschlag um die Welt reist. Sie ist Teil einer grundsätzlichen Furcht vor Fremden und Terroristen in einer immer städtischeren, unpersönlicheren und unvorhersehbareren Welt.“

Videos, die Horror-Clowns beim Erschrecken von Menschen zeigen, wurden hunderttausende Male auf Internetportalen aufgerufen. 2017 trat das Phänomen erneut auf – wohl auch wegen der Neuverfilmung des Horror-Klassikers „Es“ von Stephen King, die Ende September in die Kinos kam.

Wie war die Lage in unserer Region?

In Krefeld gab es im Jahr 2016 insgesamt acht Vorfälle mit Horror-Clowns, teilte eine Pressesprecherin der Polizei Krefeld unserer Redaktion mit. Bei einem dieser Vorfälle sei eine Frau leicht verletzt worden, da sie einen Schock erlitt – der Mann bekam eine Anzeige wegen Körperverletzung. 2017 seien den Beamten keine Gruselclowns gemeldet worden.

Auch in Düsseldorf spricht die Polizei lediglich von einer „saisonalen Erscheinung“, die bereits 2017 nicht mehr aufgetreten sei. In Wuppertal waren 2016 zwei Jugendliche insbesondere in der Elberfelder Innenstadt unterwegs, die mit Clownsmasken verkleidet andere Passanten erschreckten. Da sie jedoch keine Waffen mitführten, sei es nicht zu einer Anzeige gekommen, erklärt ein Pressesprecher der Polizei Wuppertal. Im darauffolgenden Jahr habe es keine bekannten Vorfälle gegeben und auch dieses Jahr gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Trend wiederkehren könnte. Sollte jemand jedoch verdächtige Personen bemerken, sei es „natürlich absolut legitim“, den Notruf zu wählen und der Polizei den Vorfall zu melden.

Im vergangenen Jahr wurden lediglich in Wesel Kostümierte mit Clown-Masken gemeldet, die versuchten, mit Pyrotechnik andere Menschen zu erschrecken. Dort gab es 2016 auch einen besonders makaberen Fall, bei dem ein Clown einer Frau mit einer Kettensäge auflauerte. Sie floh und blieb unverletzt. Falschmeldungen zu angeblichen Sichtungen gab es in den sozialen Medien immer wieder, auch in Krefeld.

Horror-Clowns droht unter Umständen eine Strafverfolgung

Wer andere Menschen – auch nur zum Schein - mit Messer, Kettensäge oder sonstigen Gegenständen bedrohe, muss laut Polizei mit einer Strafverfolgung rechnen. Insbesondere, wenn es durch das Erschrecken zu Körperverletzungen komme - etwa wenn ein Clown einen Fahrradfahrer so erschreckt, dass dieser vom Rad stürzt.

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