Naturschutz Vogelzählung: Spatz, Kohlmeise und Amsel am häufigsten

Düsseldorf · An der Spitze hat sich nichts verändert. Doch auch der Zaunkönig ist häufig bemerkt worden. Der kleine Vogel mit der lauten Stimme ist offenbar gut durch den milden Winter gekommen.

Ein Haussperling, auch Spatz genannt, badet in einer Pfütze.

Ein Haussperling, auch Spatz genannt, badet in einer Pfütze.

Foto: Monika Skolimowska/dpa

Die Vogelzählung im Frühjahr hat Spatz, Kohlmeise und Amsel als am meisten gesichtete Vögel in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Der Naturschutzbund Nabu berichtete am Donnerstag in Düsseldorf, an der viertägigen Zählaktion „Stunde der Gartenvögel“ im Mai hätten sich in NRW mehr als 10.800 Menschen beteiligt und über 225.000 Vögel aus Gärten und Parks gemeldet. Die am häufigsten gesichteten Vogelarten hatten schon im vorigen Jahr die Spitzenplätze inne, mit dem Spatz, auch Haussperling genannt, an der Spitze.

Das warme Frühjahr sei offenbar in der Vogelwelt bemerkt worden. Einige Arten seien früher zurückgekehrt oder hätten mit der Brut begonnen, teilte der Nabu mit. Der Zilpzalp - ein Vogel, der nach seinem Gesang benannt ist - sei um 13 Prozent häufiger als im Vorjahr gesichtet worden. Auch der Zaunkönig, ein kleiner Vogel mit lauter Stimme, sei um sechs Prozent häufiger bemerkt worden.

Im 20. Jahr der bundesweiten Vogelzählung zeigen sich in der längeren Auswertung allgemeine Trends über die Vogelwelt. Typische Waldvögel wie Buntspecht, Eichelhäher und Ringeltaube hätten sich den Siedlungsraum erobert, „weil sie hier offenbar in Gärten und Parks ein gutes Nahrungsangebot und sichere Bedingungen vorfinden“, sagte Lukas Stemper, stellvertretender Vorsitzender des Nabu in NRW. Dagegen hätten die Sichtungen bei Grünfink, Amsel und Hausrotschwanz immer weiter abgenommen.

Insektenfressende Vögel wie Mehlschwalbe und Rauchschwalbe wurden in diesem Jahr bei der Stunde der Gartenvögel seltener gezählt. Das könnte auch mit dem Wintereinbruch im April während der Rückkehr dieser Zugvögel zu tun haben, lautet die Erklärung der Vogelexperten. Die Mauersegler, die erst Anfang Mai zurückkehren, wurden in Nordrhein-Westfalen aber häufiger am Himmel entdeckt, als im vergangenen Jahr.

© dpa-infocom, dpa:240523-99-139305/3

Hinweis: In einer früheren Version des Textes wurde von einer dreitägigen Zählaktion berichtet. Richtig ist jedoch eine viertägige Zählaktion. (24.05.2024, 16:22 Uhr)

(dpa)
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