1. NRW

Viele Häuser in Wuppertal durch Starkregen besonders gefährdet

Risikogebiete : Viele Häuser in Wuppertal besonders gefährdet

Die Elementarschadensversicherung wird angesichts sich häufender Starkregenereignisse immer wichtiger.

Wuppertal hat aufgrund seiner geografischen Lage bundesweit die meisten Gebäude, die bei unwetterartigem Regen hoch gefährdet sind. Jedes siebte Haus steht hier in einem Tal oder in der Nähe eines kleineren Gewässers und ist deshalb in die höchste Starkregengefährdungsklasse 3 eingeordnet. Das hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beim Vergleich der 50 einwohnerstärksten Städte festgestellt. In dieser Negativ-Tabelle sind auch eine ganze Reihe anderer Städte aus der erweiterten Region zu finden: Hagen (Platz 4), Bonn (19), Köln (20), Mönchengladbach (21), Düsseldorf (26), Krefeld (37).

„Neben der Intensität des Regens hat die Lage eines Gebäudes einen entscheidenden Einfluss auf das Ausmaß von Starkregenschäden“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Dies werde nun mit den vom GDV entwickelten Starkregengefährdungsklassen berücksichtigt. Abhängig von seiner Lage wird dabei jedes Gebäude einer von drei Gefährdungsklassen zugeordnet. Die Ermittlung der drei Starkregengefährdungsklassen ist ein Ergebnis des Forschungsprojekts Starkregen, das der GDV gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst und einem Ingenieurbüro durchgeführt hat.

Zur Aufklärung über mögliche Schäden durch Starkregen hat der GDV auf seinem Verbraucherportal www.dieversicherer.de den „Naturgefahren-Check“ entwickelt. Immobilienbesitzer und Mieter erfahren hier, welche Schäden Unwetter in der Vergangenheit in ihrem Wohnort verursacht haben.

Deutschlandweit sind über die Hälfte der Gebäude bislang nicht gegen Naturgefahren wie Hochwasser, Starkregen und Überschwemmung versichert. Mit einer Elementarschadenversicherung kann man sich gegen solche Schäden versichern. Die Naturgefahren- oder Elementarschadenversicherung ist oft Bestandteil der Wohngebäude- und der Hausratversicherung. Bestehende Verträge lassen sich aber auch um diesen Schutz erweitern.

Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW, rät, vor dem Abschluss einer solchen Versicherung  zu prüfen, ob die Elementarschadenversicherung auch Schäden durch Rückstau abdeckt. Wenn also das durch den Starkregen ansteigende Wasser aus der Kanalisation wieder hoch in die Keller gelangt. Eben das könne durch eine Rückstauklappe verhindert werden. Und diese verlangen die Versicherer auch in der Regel in ihren Vertragsbedingungen. Weidenbach: „Wird diese Vorgabe nicht erfüllt, läuft man Gefahr, leer auszugehen, wenn das Wasser in den Keller läuft.“

Hinsichtlich der Kosten einer solchen Police könne man keine allgemeinen Aussagen machen. Weidenbach: „Es kommt darauf an, wo das Gebäude liegt, zum Beispiel nah an einem Fluss, dann ist das Risiko und damit auch die Prämie höher.“ Die Versicherer bemessen die Prämie auch anhand früherer Schadensereignisse in der jeweiligen Region danach, wie hoch die Gefahr für entsprechende Schäden ist. Auch kommt es auf den Wert des Gebäudes an.