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Südstadt: Hagemeyer steht nicht mehr zur Wahl

Bürgerverein Elberfelder Südstadt : Hagemeyer steht nicht mehr zur Wahl

Ralph Hagemayer tritt beim Bürgerverein Elberfelder Südstadt nicht mehr zur Wahl an.

Der sehr aktive Bürgerverein Elberfelder Südstadt und seine Mitglieder stehen vor einer wesentlichen personellen Veränderung: Ralph Hagemeyer (75) kandidiert nach zwölf Jahren Amtszeit nicht mehr für den Vorsitz, gibt dafür aber nicht Frust, Verärgerung oder Querelen im Verein an. Er möchte sich angesichts seines fortgeschrittenen Alters  das Geschehen im Bürgerverein Südstadt in den nächsten Jahren von außen („nicht von oben“, wie er schmunzelnd meint) betrachten.

Eine Neuwahl wäre für die mehr als 200 Mitglieder eigentlich ein normaler Vorgang, zumal Hagemeyer schon für eine geregelte Nachfolge gesorgt hat. Doch dafür ist eine ordentliche Mitgliederversammlung erforderlich. Aber in Zeiten von Corona stehen derartigen Zusammenkünften laut Pandemie-Gesetz Hindernisse entgegen.

„Es würde auch digital gehen, wenn die Hälfte der Mitglieder damit einverstanden wäre“, erklärt Hagemeyer, weist aber vorsorglich darauf hin, dass angesichts der Altersstruktur im Verein wohl kaum 50 Prozent  der Vereinsmitglieder eine solche Versammlung online verfolgen würde. „Ich glaube auch nicht, dass wir bei einer Umfrage die erforderlichen Ja-Stimmen für eine digitale JHV bekommen würden.“ Dazu führt der Vorsitzende an, dass bei den letzten Jahreshauptversammlungen ohnehin immer nur 40 bis 50 Mitglieder anwesend waren, also auch da nicht die Hälfte präsent gewesen ist.

„Wir werden es wohl so machen, dass wir im Mitteilungsheft, das wahrscheinlich im Mai  erscheinen soll, im Vorwort auf die Möglichkeit einer Online-JHV hinweisen und um Mitteilung bitten, wer damit einverstanden ist. Sollte die Resonanz nicht den erhofften Erfolg bringen, so werden wir fragen, ob die Mitglieder mit der vom Vorstand vorgeschlagenen Nachfolgeregelung für den Vorsitzenden einverstanden sind.“, erläutert Ralph Hagemeyer. In der Erfolgsbilanz seiner Amtszeit steht vor allem die Restaurierung des Wandbrunnens an der Kölner Straße.

Ein weiteres, seit neun Jahren Jahren schwelendes  Anliegen scheint nun ebenfalls in die Realität umgesetzt zu werden: Der barrierefreie Aufzug von den Gleisen 4/5 des Elberfelder Hauptbahnhofes zur Distelbeck in die Südstadt, den die Deutsche Bahn unter finanzieller Beteiligung der Stadt Wuppertal (maximal 500 000 Euro) in absehbarer Zeit bauen will. Geplant ist ein Treppenturm, in den der Aufzug integriert sein soll. Damit der Aufzug Wirklichkeit werden konnte, musste der neue Bezirksbürgermeister Thomas Kring(SPD)  nach eigenen Angaben in seiner eigenen Fraktion  im Rat Überzeugungsarbeit leisten.

Für Ralph Hagemeyer, der bis zur Wahl eines neuen Vorsitzenden im Amt bleiben muss, ist die Umsetzung dieses für die Bewohner des Quartiers oberhalb des Hauptbahnhofes so wichtigen Projekts zum Abschluss seiner Amtszeit die Erfüllung eines Herzenswunsches.