Sturmtief „Bennet“: Bäume stürzen auf Straßen und Bahnstrecken - ein Toter

Ein Toter, viele umgestürzte Bäume : Das hat Sturmtief „Bennet“ in Nordrhein-Westfalen angerichtet

Das Sturmtief „Bennet“ hat in Nordrhein-Westfalen mehrere Bäume umstürzen lassen und vermutlich ein Todesopfer gefordert. Zoos blieben geschlossen und auch der Bahnverkehr wurde durch den starken Wind gestört. Ein Überblick.

Schwere Sturmböen haben am Montag in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Bäume umgeweht und dabei höchstwahrscheinlich ein Todesopfer gefordert. Im münsterländischen Ochtrup fiel ein Baum auf ein fahrendes Auto und tötete den 37 Jahre alten Fahrer. „Der Verdacht liegt nahe, dass das mit dem Sturm zusammenhängt“, sagte ein Sprecher der Kreispolizei Steinfurt. Vielerorts beschädigten Bäume Autos und blockierten Straßen. An mehreren Bahnstrecken stürzten Bäume auf Oberleitungen und sorgten für stundenlange Streckensperrungen.

Wie die zuständigen Polizeien und Feuerwehren berichteten, stürzte auf der A4 bei Kerpen ein Baum auf die Fahrbahn. Zwei Lastwagen und zwei Autos wurden stark beschädigt, verletzt wurde niemand. In Bochum fiel ein Baum auf zwei fahrende Wagen. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. In Dortmund führten umgestürzte Bäume zu zwei Auffahrunfällen. Eine Person wurde leicht verletzt. Auch in Werne krachte ein Baum auf eine wichtige Straße. Zu einem Unfall kam es dort aber nicht. Die Polizei Bielefeld zählte bis zum Mittag 39 Einsätze. Die Beamten räumten Verkehrsschilder, Äste und einen Pavillon von der Straße. Auch eine umgewehte Mobiltoilette sowie ein Wohnwagen wurden gesichert.

In Düsseldorf fielen Bäume auf Autos und ein Haus, der Zaun einer Schafherde wurde eingerissen, eine Kita konnte am Dienstag wegen Sturmschäden nicht öffnen. Insgesamt hatte die Feuerwehr bis zum frühen Nachmittag 86 wetterbedingte Einsätze. Die meisten Einsätze gab es im Bereich Oberkassel, Stadtmitte bis in den Düsseldorfer Süden. In Oberkassel wurde das komplette Flachdach eines Mehrfamilienhauses angehoben. Das 60 Quadratmeter große Dach kam erst einige Meter weiter wieder zum Liegen. Höhenretter zerlegten das Dach in kleinere Stücke, sechs Stunden dauerte die Aktion.

Insgesamt 17 Einsätze der Feuerwehr gab es in Wuppertal. Es handelte sich überwiegend um umgefallene Bäume, abgeknickte Äste und lose Fassadenteile. Personen kamen nicht zu Schaden.

In Ahlen (Kreis Warendorf) kippte ein Baugerüst um und stürzte auf ein geparktes Auto. In einem Neubaugebiet in Sendenhorst drehte sich ein Kran und stieß dabei mit dem Ausleger gegen einen anderen Kran. Dieser stürzte zusammen und krachte auf einen Rohbau. Verletzt wurde niemand. In Erkrath (Kreis Mettmann) stürzte eine 20 Meter hohe Birke auf einen Kleinwagen und zerstörte ihn. Die Feuerwehr in Haan verzeichnete bis zum Nachmittag sieben sturmbedingte Einsätze, auch hier versperrten umgestürzte Bäume die Straßen.

Zoos Wuppertal und Dortmund aus Sicherheitsgründen geschlossen

Wegen des Sturms sind die Zoos in Dortmund und Wuppertal am Montag aus Sicherheitsgründen geschlossen geblieben. „Der alte Baumbestand der Zoologischen Parkanlage ist besonders anfällig für solche Wetterlagen. Einige größere Äste sind heute morgen schon heruntergekommen“, berichtete die Stadt Wuppertal. Auch in Dortmund verwies man auf den alten Baumbestand. Der Zoo in Krefeld blieb am Vormittag ebenfalls geschlossen, am Mittag entschied man sich jedoch dafür, erneut zu öffnen. Die Zoos in Münster, Duisburg und Köln hatten dagegen geöffnet, wie eine dpa-Umfrage ergab. „Es ist ruhig“, sagte eine Mitarbeiterin des Kölner Zoos und führte dies auf das stürmische und regnerische Wetter zurück. Es habe aber auch schon Rosenmontage gegeben, bei denen im Kölner Zoo viel los gewesen sei.

Windstärke 10 in Westfalen - auch in Düsseldorf sehr starker Wind

Die mit 99 Stundenkilometern stärkste Böe registrierte der Deutsche Wetterdienst am Montag in Haaren (Kreis Paderborn). Die Geschwindigkeit entsprach Windstärke 10 („schwerer Sturm“). Auch in Bad Lippspringe (97 km/h), Essen (95 km/h) und Düsseldorf (94 km/h) gab es schwere Böen mit dieser Windstärke. Am Mittag schwächte der Wind jedoch ab.

Dienstag soll es windig bleiben, aber deutlich ruhiger als am Montag. Dazu gibt es Schauer und Gewitter bei acht bis elf Grad. „Es wird sicher nicht gemütlich“, sagte Meteorologe Malte Witt vom DWD in Essen.

Sturm hält Karnevalisten an Rosenmontag in Atem

Sturmtief „Bennet“ sorgte auch für Sorgenfalten bei den Karnevalisten: Viele Rosenmontagszüge in NRW mussten wegen des starken Windes auf den Nachmittag verschoben werden.

Auch in Düsseldorf begann der Zug später - um 13.30 Uhr statt wie ursprünglich geplant um 11.50 Uhr. In mehreren anderen Städten starten die Züge aufgrund des Wetters ebenfalls mit Verspätung. Alle Entwicklungen können Sie in unserem Karnevals-Liveticker verfolgen.

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Bahnverkehr durch Sturmtief gestört

Im Bahnverkehr von Nordrhein-Westfalen sorgte der Sturm für mehrere Sperrungen. Ein Baum fiel auf die S9-Strecke zwischen Wülfrath-Aprath und Wuppertal-Vohwinkel. Die Züge aus Richtung Haltern/Bottrop endeten in Velbert-Nierenhof. Bei der S3 (Hattingen - Oberhausen) stoppte ein Baum zwischen Bochum-Dahlhausen und Hattingen den Zugverkehr. Störungen gab es auch bei Rheinbach und Lippstadt. Die Strecken dort waren am Mittag aber bereits wieder einspurig befahrbar.

Ein Bahnsprecher sagte, dass es am Montag rund ein Dutzend Störungen gegeben habe, von denen die meisten aber schnell wieder behoben worden seien. Bis zum Nachmittag sollten alle Strecken wieder frei gegeben werden. Beeinträchtigungen gab es auch im Fernverkehr. Für mehrere Linien, die durch NRW führen, rechnete die Bahn mit Verspätungen von rund 45 Minuten.

(red/dpa)
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