Sturm „Eberhard“ in NRW: Erstes Todesopfer - Autofahrer von Baum erschlagen

Sturm „Eberhard“ in NRW : Erstes Todesopfer - Autofahrer von Baum erschlagen

Sturmtief „Eberhard“ fegt durch NRW: Ein Autofahrer ist durch Sturm „Eberhard“ ums Leben gekommen. Mindestens zwei weitere Menschen wurden während des Unwetters verletzt. So ist die Lage am Abend.

Umgestürzte Bäume haben während des Unwetters in Nordrhein-Westfalen am Sonntag ein Todesopfer gefordert und mindestens zwei Menschen verletzt. Ein Autofahrer ist im Hochsauerlandkreis durch Sturm „Eberhard“ ums Leben gekommen. Ein entwurzelter Baum sei während der Fahrt auf das Auto des Mannes gestürzt - für den 47-Jährigen sei jede Hilfe zu spät gekommen, teilte die Polizei am Sonntag mit.

So war die Lage in Krefeld, Wuppertal, Düsseldorf und im Kreis Viersen

In Krefeld wurde die Feuerwehr wegen des Sturms insgesamt zu 125 Einsätzen gerufen. Um 15.48 Uhr hatte es einen Sirenenalarm gegeben, bei Windstärke 12 werden Bäume entwurzelt und Dächer vom Haus gefegt.

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Das Sturmtief hat in Wuppertal für mehr als 170 Einsätze am Wochenende gesorgt. Der Zoo blieb an beiden Tagen geschlossen. In der Beyeröhde drohen Gebäude einzustürzen, die Ursache dafür ist noch unklar.

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Die Feuerwehr Düsseldorf wurde bis zum Abend zu rund 200 sturmbedingten Einsätzen gerufen, Verletzte waren zum Glück nicht zu verzeichnen. Auf der Cecilienallee wurden Bäume vom Sturm gefällt, die Bolkerstraße war eine Zeitlang wegen herabfallender Dachziegel abgesperrt.

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Im Kreis Viersen sorgte „Eberhard“ für zahlreiche Einsätze der Polizei und Feuerwehr, zumeist wegen umgestürzten Bäumen und Bauzäunen. Eine junge Frau wurde bei einem Unfall leicht verletzt, als sie mit ihrem Wagen auf ein Auto auffuhr, das wegen eines umstürzenden Baumes gebremst hatte. Sie konnte nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Auch am späten Abend sind im Kreisgebiet noch einzelne Straßen gesperrt, die Feuerwehren des Kreises werden vermutlich noch die ganze Nacht mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten beschäftigt sein, teilte ein Sprecher der Polizei mit.

Mindestens zwei Verletzte in NRW

In Bochum habe ein Baum eine Feuerwehrfrau getroffen, teilten ihre Kameraden mit. Die Einsatzkräfte seien gerade damit beschäftigt gewesen, einen umgestürzten Baum zu zersägen, als ein weiterer Baum umfiel. Die Frau sei aber nur leicht verletzt.

In Köln mussten Einsatzkräfte eine eingeklemmte Person unter einem umgestürzten Baum befreien. Der Rettungsdienst habe den Verunglückten dann übernommen, teilte die Stadt mit.

Außerdem wurde in Köln ein Notarztfahrzeug durch herabfallende Dachziegel so schwer beschädigt, dass es nicht weiterfahren konnte. Der Besatzung habe sich schnell von dem Schock erholt, sei in ein anderes Fahrzeug umgestiegen und zum nächsten Einsatz gefahren.

Stürme wirbeln NRW durch - Zugverkehr komplett gestoppt

Heftige Unwetter haben in Nordrhein-Westfalen am Sonntag den Bahnverkehr weitgehend lahmgelegt und große Schäden verursacht. Alle Züge stoppten am Sonntagnachmittag an den Bahnhöfen. An den Informationsschaltern bildeten sich etwa im Dortmunder Bahnhof lange Schlangen. Erst am Abend wurde bekannt, dass die Deutsche Bahn den Zugverkehr bei S-Bahnen und im Regionalverkehr am Sonntag nicht wieder aufnehmen wird. Zuvor waren zwei wichtige Stellwerke in Essen und Wuppertal ausgefallen, in Essen war der gesamte Bahnhof zeitweise ohne Strom.

Auch der Verkehr auf den Autobahnen war stark beeinträchtigt. An mehreren Stellen stürzten Äste und Bäume auf die Fahrbahn. Auf der A45 südlich von Hagen wurden die Begrenzungen einer Baustelle so stark verschoben, dass die Strecke gesperrt werden musste. Ein umgestürzter Baum sorgte auf der A59 für Stau. In Dortmund war die A40 zeitweise überflutet. Am Möhnesee musste die Feuerwehr mehrere Menschen befreien, die durch umgestürzte Bäume in ihren Autos eingeschlossen gewesen seien - verletzt wurde niemand. In Duisburg wurde ein tonnenschwerer Verladekran umgeweht und landete zur Hälfte im Rhein.

Noch bis zum Sonntagabend um 20.00 Uhr galt für weite Teile Nordrhein-Westfalens die zweithöchste Unwetter-Warnstufe. Der Deutsche Wetterdienst rechnete mit Windstärke 11, teilweise sei sogar Stärke 12 möglich. Bei solchen Windgeschwindigkeiten können Bäume entwurzelt und Dachziegel durch die Luft geschleudert werden. Lediglich im äußersten Norden von NRW schätzten die Meteorologen die Gefahr weniger groß ein.

Um 20 Uhr gab es dann Entwarnung: Die Unwetterwarnungen vor orkanartigen Böen wurden aufgehoben. Die Sturmwarnungen gelten jedoch weiterhin.

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(dpa)
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