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Wird der alte „Spitzbub“ ein neuer Treffpunkt im Dorf?

Wird der alte „Spitzbub“ ein neuer Treffpunkt im Dorf?

Herzkamper Bürger diskutieren über eine Anmietung als Vereins- und Veranstaltungsraum.

Herzkamp. Nach der neuerlichen Schließung der Gaststätte „Spitzbub“ an der Elberfelder Straße ist das Traditionslokal in vielen Herzkamper Familien wieder ein Thema. Als nach einem längeren Leerstand in diesem Jahr neue Wirtsleute einzogen, hoffte so mancher, dass wieder langfristig Leben in das Haus einziehen würde. Offenbar konnten die Neuen die Erwartungen möglicher Gäste aber nicht erfüllen und so ging diese Geschichte schon nach einem halben Jahr zu Ende.

Inzwischen gibt es bereits die ersten Gerüchte über die Zukunft der Räumlichkeiten. Angekurbelt wird die Diskussion auch von der Bürgergemeinschaft, die sich bei ihrem Treffen am Dienstag damit beschäftigt hat, ob man die Gaststätte möglicherweise als Mehrzweckraum selbst anmieten soll.

Diese Idee existiere schon lange, heißt es in einer Veröffentlichung der Gemeinschaft. Nutzen könne man die Räume für die monatlichen Versammlungen ebenso wie für Frauen- und Seniorentreffs, Vorstandssitzungen, Geburtstage, Weinproben oder Sprechstunden des „gewählten Ratsmitglieds aus Herzkamp“, so die Diskussionsvorlage. Damit würde der „Spitzbub“ seine Tradition wieder aufnehmen können. Bereits früher hatte die Bürgergemeinschaft hier ihre Versammlungen durchgeführt.

Wie Gerlinde Honke-Feuer-stack von der Bürgergemeinschaft auf WZ-Nachfrage erklärte, kann die Bürgergemeinschaft die Räume nicht selbst anmieten, da sie als gemeinnütziger Verein eingetragen ist. „Die Bürgergemeinschaft will aber einen Prozess zur Entstehung eines Bürgertreffpunktes anstoßen und begleiten sowie Ideen einbringen“, sagt sie. Finanziell und personell könne der Bürgerverein einen Treffpunkt nicht stemmen.

Das Interesse von Seiten der Bürger, den Spitzbub nicht leer stehen zu lassen, sei sehr stark. „Das Lokal ist eine Überlegung, es gibt aber genügend andere Räume im Dorf, wo eine Begegnungsstätte denkbar wäre“, sagt Gerlinde Honke-Feuerstack. Für Herzkamp sei es wichtig, dass der Dorfkern in Zukunft belebt bleibe und nicht wegen Schließungen der Gastronomie in Vergessenheit gerate, so das Anliegen der Bürgergemeinschaft.

Wie die WZ in Erfahrung bringen konnte, ist derzeit im Gespräch, dass einige engagierte Bürger außerhalb der Bürgergemeinschaft einen eigenen Verein gründen wollen. Dieser könnte sich um die Realisierung eines Bürgertreffpunktes in Herzkamp kümmern und über Mitgliedsbeiträge und eingeworbene Zuwendungen eventuell auch Mietkosten finanzieren. Die Initiatoren dieses potenziellen Trägervereins haben inzwischen bereits Kontakt mit der Besitzerin des „Spitzbub“, Angela Brier, aufgenommen. Dabei wurde ein Treffen verabredet, um über ein mögliches Konzept zu sprechen.

Die Hausbesitzerin, die selbst über viele Jahre Wirtin im „Spitzbub“ war, war bis zum Redaktionsschluss für eine Nachfrage nicht zu erreichen.

“ Wer sich für den neu zu gründenden Verein interessiert, kann sich an Gerhard Heintke wenden.

info@heintke.de