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„Wilde Hühner“ sprühen vor Spielfreude

„Wilde Hühner“ sprühen vor Spielfreude

Die Theatergruppe Schnick-Schnack zeigt mit dem Jugendstoff ihr neues Aushängeschild.

Sprockhövel. Für ihre Gemeindemitglieder, aber auch für alle anderen, die schon einen Tag vor der Premiere wissen möchten, was passiert, wenn „Die wilden Hühner“ Fuchsalarm geben, hat das Ensemble der Theatergruppe Schnick-Schnack der Evangelischen Kirchengemeinde Sprockhövel-Bredenscheid am Freitagabend zur öffentlichen Generalprobe in den Saal des Gemeindehauses am Perthesring eingeladen. Um Hühner, Streiche und ganz besonders um Freundschaft geht es in der Geschichte der Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke.

Den Zuschauern wird eine freche und moderne Inszenierung unter der Regie von Nina Schleichert und Perdita Priwal geboten, bei der die überwiegend jugendlichen Schauspieler musikalisch von der Band „Blue House“ aus Sprockhövel hervorragend live unterstützt werden. Und die Hobby-Schauspieler agieren so authentisch, überzeugend und spielfreudig, dass es ein Genuss ist, ihnen zuzuschauen.

Und darum geht es: „Jetzt reicht’s“, finden die fünf Mädchen, Sprotte, Frieda, Trude, Melanie und Wilma, als sie wieder einmal von ihren vier Klassenkameraden, die ihre Bande „Die Pygmäen“ nennen, in den Schuppen eingesperrt und mit einem albernen „put, put, put ihr Hühnchen“ auf den Arm genommen werden. Auch sie beschließen feierlich, eine Bande zu gründen und nennen sich „Die wilden Hühner“. Gemeinsam können sie der verhassten Jungenbande nun endlich die Stirn bieten. Doch dann kündigt Sprottes schrullige Oma Slättberg an, ihre 15 Hühner schlachten zu wollen: „Denn Hühnern gibt man keine Namen, man schafft sie sich zum Eierlegen an und nicht um Freundschaften zu schließen.“

Das sehen die Freundinnen völlig anders. Einstimmig entscheiden die Mädchen, ihre Namensgeberinnen zu retten. Dafür bleibt ihnen aber keine andere Chance als die „Pygmäen“, die sie bis dahin verächtlich „Urwaldzwerge“ genannt haben, um ihre Mithilfe zu bitten. Ein spannendes Abenteuer beginnt. Und am Ende wissen die Kinder genau, was Freundschaft bedeutet.

Seit einem Jahr probt die Theatergruppe, die seit 2010 als Verein geführt wird, für ihr neues Stück. 100 Mitglieder zählt der Verein, rund 95 davon sind im Einsatz. Schon wochenlang wurde am pfiffigen Bühnenbild gebaut und gewerkelt. Selbst die Hühner, die im selbst gezimmerten Stall zu sehen sind und zwischendurch gackernd über die Bühne „laufen“ oder von den Mädchen schützend auf den Arm genommen werden, sind gehäkelt worden und sehen einfach süß aus. „In jedem Jahr bringen wir ein Familienstück heraus. Das ist das Aushängeschild unserer Theatergruppe“, erzählt Monika Albracht, die das Projekt gemeinsam mit Meikel Gerhartz leitet. Und dabei gehe es sehr demokratisch zu: „Wer es sich zutraut, darf ein Stück vorschlagen und dann auch die Regie führen. Und die Gruppe, die jünger als 16 Jahre alt ist, wählt nicht mit, gibt aber eine Empfehlung ab“, beschreibt sie das Prozedere.

Auch ein Erwachsenenstück ist schon „in der Mache“, im Herbst steht „Die 12 Geschworenen“ auf dem Programm. Immer wird ein kleiner Teil des Eintrittspreises für ein Spendenprojekt abgezweigt. In diesem Jahr wird davon die Renovierung der denkmalgeschützten Zwiebelturmkirche, dem Wahrzeichen der Stadt, unterstützt.

Im Anschluss an die Vorstellungen erwartet die Besucher ein Catering, es werden Getränke und etwas Leckeres zu Essen angeboten. Die Tische werden liebevoll eingedeckt, auf jedem stehen ein Deko-Huhn, Blumen und Kerzen.