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Wenn Ritter Rost verreist . . .

Wenn Ritter Rost verreist . . .

Theaterstück: Der Kinderbuchheld macht Urlaub in Schrottland. Die Aufführung begeisterte das Publikum.

Herzkamp. Neugierige Blicke Richtung Bühne: Die Kinder im Publikum können es kaum noch abwarten. Wann kommt er denn endlich? Ein Gitarrenriff erklingt und plötzlich lugen ein Regenschirm und ein Drachenschwanz unter dem geschlossenen Vorhang her. Es geht los. „Ritter Rost macht Urlaub" heißt das Abenteuer des Kinderbuchhelden, das die Eltern- und Lehrertheatergruppe Jenseits von Esborn im Gemeindehaus der evangelischen Kirche in Haßlinghausen präsentiert — vor ausverkauftem Haus. Schon „Ritter Rost geht zur Schule“ hatte im vergangenen Jahr das Publikum begeisterte. Der Nachfolger knüpft nahtlos daran an.

Die Geschichte erzeugt Fernweh: Ritter Rost fliegt in Begleitung von Burgfräulein Bö und dem Drachen Koks in den Urlaub und entführt die Zuschauer nach Schrottland, in das Land der Öfen, des Feuers und der ewigen Hitze. Dort tauchen sie in die geheimnisvolle Welt der Ureinwohner ein, die von Stahl, Kohle, Fabriken, Fördertürmen. und Stollen geprägt ist. „In Anlehnung an die Kulturhauptstadt 2010 haben wir das Stück noch einmal aus unserem Repertoire rausgekramt“, erklärt Grundschuldirektorin Regina Lensing.

Mit Witz, musikalischen Einlagen und einem sehr kreativen Bühnenbild werden nicht nur die kleinen Gäste in den Bann gezogen. Spätestens mit Liedern wie „Schrottland, ich komm´ aus dir“ (in Anlehnung an Herbert Grönemeyers Klassiker „Bochum“) oder „Here comes the sun“ von den Beatles wird auch jedes Elternherz erobert.

Die Aufführung kommt an. „Einfach nur supertoll“, lobt Nicole Schnuder. Bernd Hockerlmann findet es „sehr originell, besonders Frau Färber als Drachen“. Lehrerin Bettina Färber alias Drache Koks ist der Star der Vorführung und wurde bereits in der Pause von einer Schar Kinder umringt, die unbedingt ihre Drachenzacken einmal anfassen und natürlich wissen wollten, wie das Stück wohl weiter geht.

Der Ruf des Ensembles reicht sogar bis nach Südamerika. Im Publikum saß nämlich auch Arthur Issa, ein ehemaliger Austauschschüler aus Brasilien, der sich bei seinem Deutschlandbesuch nicht die Gelegenheit entgehen ließ, mit Ritter Rost auf Reisen zu gehen. „Das lässt darauf hoffen, dass bald auch Hollywood bei uns anruft“, scherzten die Ensemblemitglieder.