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Weniger Unfälle mit Kindern —dafür insgesamt mehr Verkehrstote

Weniger Unfälle mit Kindern —dafür insgesamt mehr Verkehrstote

Kreispolizei freut sich über fast nur positive Zahlen.

Schwelm. Nirgendwo in NRW ist die Wahrscheinlichkeit geringer, bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden, als im Ennepe-Ruhr-Kreis. 507-mal waren im vergangenen Jahr Personen betroffen — der niedrigste Wert seit 1958, dem Jahr, in dem der Kreis überhaupt mit der Sammlung der statistischen Daten begonnen hatte.

Wo viel Licht ist, da ist auch fast immer ein bisschen Schatten. So positiv die Unfallstatistik 2010 für den Kreis (ohne Witten, das zur Polizeiinspektion Bochum gehört) auch ausfällt, Landrat Arnim Brux, Klaus Menningen, Leiter der Polizeiinspektion des Kreises, und Michael Schnur, dem Dezernenten für Verkehrsangelegenheiten, war bei einem Punkt doch etwas Enttäuschung anzumerken. Die Zahl der Verkehrstoten lag mit neun wieder höher als im Vorjahr (acht), 2008 waren es sogar nur fünf gewesen.

„Darüber bin ich wirklich zerknirscht“, räumte Menningen ein, „aber vor allem auch darüber, dass wir da oft nichts machen können.“ Immer wieder sei geprüft worden, ob bei den tödlichen Unfällen Präventionsmaßnahmen hätten greifen können. „Aber manchmal ist man da einfach hilflos“, sagt Menningen und erinnert an den Fall, als sich ein Mann nachts mitten auf die Straße legte — und überfahren wurde. 2011 gab es bislang einen tödlichen Unfall im Kreis. Zum Vergleich: 1964 starben noch 76 Menschen auf den Straßen des Kreises, 2005 noch elf.

Gestiegen ist die Gesamtzahl der Unfälle im Kreis — und zwar deutlich von 6597 auf 6916. Darunter seien aber sehr viele Bagatellunfälle. Insbesondere das Winterchaos habe zu vielen leichten Blechschäden geführt.

Groß war die Freude dafür allerdings im Bereich der Kinderunfälle. Nachdem die Zahl 2009 noch gestiegen war, sank sie 2010 um 35 Prozent auf 48 Fälle. „Wir haben die Verkehrssicherheitsberatung noch einmal verstärkt“, erklärt Schnur. Zudem sei vermehrt an Schulen und Kindergärten kontrolliert worden. „Vor allem flächendeckend. Dann waren wir halt zehn Minuten an einem Standort, haben ein bisschen geblitzt und sind dann weiter zum nächsten“, sagt Menningen schmunzelnd. Verdienen könne man so zwar nichts, aber mehr Leute würden einfach vorsichtiger fahren. Auch 2011 werde man diese Taktik fortsetzen.