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Weihnachtsgefühle bei 200 Senioren

Feier : Weihnachtsgefühle bei 200 Senioren

Der Vereinsring Haßlinghausen hatte zum Beisammensein in die Sporthalle eingeladen.

„In den Herzen wird’s warm“, diese Liedzeile aus „Leise rieselt der Schnee“ kennzeichnet wohl am besten die Stimmung bei der Seniorenweihnachtsfeier am Dienstag in der Sporthalle Haßlinghausen. Der Vereinsring Haßlinghausen, vertreten durch seinen Vorsitzenden Ronald Mayer, hatte eingeladen, und etwa 200 Damen und Herren der reiferen Jahrgänge ab 70 Jahren saßen erwartungsfroh an den Tischen. Die waren liebevoll von einem Heer von freiwilligen Helferinnen und Helfern gedeckt worden. Unter anderem mit Mandarinen-Sahneschnitten, die mit einem zufriedenen „Ist das lecker“ verzehrt wurden.

Viele Plätze an den Tischen blieben jedoch leer, was Bärbel Mays, die Leiterin des Seniorenbüros der Stadt, so erklärte: „Wir dürfen aus Gründen des Datenschutzes nicht mehr persönlich, namentlich einladen. Wir informieren die Seniorenheime und hängen Transparente aus. Aber dadurch werden leider nicht alle alten Menschen erreicht.“

Dennoch, die Begrüßung durch Ronald Mayer und Bürgermeister Ulli Winkelmann fiel herzlich aus. Seitens Ulli Winkelmann auch mit etwas Wehmut, denn es ist die letzte Seniorenweihnachtsfeier, die er als Stadtoberhaupt besuchen wird, weil er im kommenden Jahr für eine erneute Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidieren wird.

„Ich war schon als junger Sportler gern in Haßlinghausen, weil ich da als Handballer der TSG vernünftig trainieren konnte, während wir damals in Niedersprockhövel in einer kleinen Halle nur auf aufgemalte Tore werfen konnten“, so Winkelmann, der auch daran erinnerte, dass vor rund 50 Jahren im Düsseldorfer Landtag die „gewöhnungsbedürftige Konstruktion“ (so Winkelmann im Originaltext) Sprockhövel beschlossen wurde.

Gesang und Tanz auf
der Bühne überzeugten

Die Stadt Sprockhövel war außerdem durch Evelyn Müller, Ingrid Döbbelin und den Ersten Beigeordneten Volker Hoven prominent vertreten. Alle fühlten sich im Kreis der fröhlichen Menschen mit ihrer langen Lebenserfahrung sichtlich wohl.

Erst hatte die kleine Milena, Tochter von Ronald Mayer, diesmal ihr Lied „Mitten in der Nacht“ ins Mikrofon geschmettert, doch später kamen dann auch die Sangeskünste der Gäste nach ausgiebigem Genuss von Kaffee und Kuchen zur Geltung.

Vorsorglich waren die Liedtexte gedruckt ausgelegt worden, doch da hatten die meisten der Senioren den Jüngeren etwas voraus: Sie hatten die Strophen von „Alle Jahre wieder“, „Süßer die Glocken nie klingen“ und „Leise rieselt der Schnee“ noch im Kopf gespeichert.

So wie Edeltrud Osten (88), die nach wie vor Zuhause noch gut allein zurecht kommt. „Ich gehe schon seit Jahren immer gern zu dieser Weihnachtsfeier“, gestand die liebenswürdige alte Dame. „Das ist auch eine gute Gelegenheit, viele Bekannte aus vergangenen Tagen zu treffen.“

Selbstverständlich bildeten die Lieder der Seniorinnen und Senioren nicht den einzigen Programmpunkt des Nachmittages.

Schließlich war eine große Bühne in der Sporthalle aufgebaut worden, über die die Ballettkinder der Sprockhöveler Musikschule unter der Leitung von Christian Camus graziös schwebten. „Meine Tochter Mathilda (5) und die anderen Kinder haben sich intensiv auf ihren Auftritt vorbereitet“, verriet Mutter Melanie.

Einen prachtvollen Programmpunkt bildeten auch die Montagstanzfrauen der SG Welper, und für den stimmungsvollen Abschluss sorgte dann der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Haßlinghausen, bei dem die festlich erleuchtete und mit zwei strahlenden Weihnachtsbäumen geschmückte Sporthalle mit „Oh du fröhliche“ und „Stille Nacht“ klanglich ausgefüllt wurde.