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Von wegen Abbaden: Sprockhöveler verlängern die Freibad-Saison

Freizeit : Von wegen Abbaden: Sprockhöveler verlängern die Freibad-Saison

Eigentlich fand am Sonntag der traditionelle Abschluss statt – doch die Verantwortlichen haben die Öffnungszeit verlängert.

 „Die Gäste standen schon vor neun Uhr Schlange“, stellte Ulrike Adamy, Leiterin  des Freibades an der Bleichwiese  am Sonntag zufrieden fest. schon kurz nach Öffnung  des Bades  füllte sich das 50-Meter-Becken. Die Sonne lockte zum traditionellen „Abbaden“ ins 25 Grad warme Wasser, sodass bald knapp 40 Schwimmer ihre Bahnen zogen.

Ein Anblick, der Ralph Holtze, dem Chef der Zentralen Gebäudebewirtschaftung (ZGS) zum Nachdenken brachte, vor allem als ihn die Wasserfreunde überreden wollten, doch noch ein paar Tage länger offen zu lassen. „Es ist doch noch so schön“, war das Argument, dass bei Holtze zog.   „Ich konnte meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu bewegen, noch bis Samstag für die Badegäste da zu sein“, erklärte Holtze.  Bis Samstag, 18. September, kann täglich von 10 bis 18 Uhr an der Bleichwiese geschwommen werden. „Aber dann ist endgültig Schluss”, versicherte Holtze.

„Dass die Stadt das Bad überhaupt bis zum 12. September geöffnet hat, finde ich ganz toll“, lobte Ingrid Leukers-Bölicke, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins. Wie viele Besucher lobte sie die Organisation unter Corona-Bedingungen (zum Beispiel das Chip-System) . „E-Mails und Dankschreiben mit 20 bis 25 Unterschriften sind bei uns eingegangen“, freute sich Holtze am vermeintlich letzten Badetag, an dem kein Eintritt verlangt wurde.

„Bis jetzt hatten wir seit dem 22. Mai etwa 25 500 Badegäste.„Eine Besucherin ist sogar in dieser Saison 100 mal hier schwimmen gewesen. Daher haben wir ihr eine Urkunde ausgestellt“, berichtet Ulrike Adamy, die zusammen mit ihrem Kollegen Pascal Zanders und dem Personal an der Kasse  an den mehr als 110 Öffnungstagen im Einsatz war. „Es war eine gute Saison“, findet auch Zanders, der so wie Ulrike Adamy fest bei der Stadt Sprockhövel angestellt ist.

Das Bad wird mit
Quellwasser betrieben

Was machen nun die beiden „Fachangestellten für den Badebetrieb“ wenn am kommenden Samstag die Tore an der Bleichwiese geschlossen sind? „Wir werden das Bad einwintern“, so Ulrike Adamy, die damit meint, dass neben Desinfektionsmaßnahmen  unter anderem auch das Wasser abgelassen wird. „Wir betreiben dieses Bad mit Quellwasser, das uns nichts kostet.“

„Dann werden wir unsere Überstunden abfeiern, dann wir waren ja bis auf einen Tag in der Woche täglich im Einsatz. Danach nehmen wir unseren Jahresurlaub“, erzählt die Badleiterin, die es dann aber auch ans Wasser zieht. „An die Ostsee, aber wahrscheinlich ohne Schwimmen.“

Während der Trainings- und der größte Teil des Badebetriebs trotz Corona unter Berücksichtigung der Sicherheitsvorschriften ungestört vonstatten ging, wurden die Veranstaltungen des Fördervereins  meist ausgebremst. „Während Badewannenrennen, Zwölfstundenschwimmen, Café 50plus und wegen des schlechten Wetters auch der Freibad-Taufgottesdienst nicht stattfinden konnten, gab es aber das Kulturwochenende, das uns bei herrlichem Wetter für manches entschädigt hat“, so Marcel Beckers, der Vorsitzende des Fördervereins.

„Bei der Aufführung des Schnickschnack-Theaters am Freitag waren 150 Gäste im Bad und beim Open-Air-Kino am Samstag rund 300“, bilanzierten die Verantwortlichen. Trotz des eher mäßigen Wetter waren sie mit der Saison zufrieden – jetzt geht sie länger als gedacht.