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Von Chorgesang bis Don Giovanni

Von Chorgesang bis Don Giovanni

Die Chorgemeinschaft Sprockhövel sang bewährte Lieder, die manchem der älteren Zuhörer in der mit gut 400 Chorfans besuchten Halle vielleicht noch aus Jugendzeiten oder von Spaziergängen mit der Familie geläufig war.

Sprockhövel. "Unser Ziel heute ist es, Sie für einen Nachmittag fröhlich zu stimmen und von den eigenen Sorgen abzulenken." An die Worte ihres 1. Vorsitzenden, Helmut Seifert, hat sich die Chorgemeinschaft Sprockhövel bei ihrem 16. Herbstkonzert gehalten.

Die Überschrift "So ein Tag, der wird nie vergeh’n ...", bekannt aus Fußballstadien und dem Karneval, der die Schönheit eines besonderen Tages thematisiert, war Sonntagnachmittag in der Glückauf-Halle Programm und Eröffnungslied zugleich.

Chordirektor Ralf Pokorra sorgte für Gleichklang, Rhythmus und passende Tempi bei seiner singenden Herrengemeinschaft, die jedem seiner Zeichen brav folgte. Thematisch ging es für die Chorsänger aus dem grün blühenden deutschen Wald ("Der Jäger Abschied") in den amerikanischen Bundesstaat Kentucky ("Old Kentucky home") oder die Ukraine ("Katjuscha-Casatschok").

Sie sangen bewährtes Liedgut, das manchem der älteren Zuhörer in der mit gut 400 Chorfans besuchten Halle vielleicht noch aus Jugendzeiten oder von Spaziergängen mit der Familie geläufig war. Auf jeden Fall hatten "Tanzbodenkönig" oder "Wildbretschütz" Mitsummpotential. Auch "Bajazzo" und "Tscherkessenlied" gefielen.

Für eine besondere Note sorgten auch bei diesem Liederreigen Gäste musikalische Gäste. Diesmal waren es Sopranistin Angela Hölscher und der hochsommerliche gebräunte Bass Hans Jörgens.

Der in Wuppertal geborene und Beyenburg aufgewachsene Jörgens hatte sein erstes Solo, in dem er seine Jugend besang ("Auch ich war ein Jüngling") und durfte wenige Lieder später mit "Ich hab’ sie ja nur auf die Schulter geküsst" einen echten Klassiker aus der Operette "Der Bettelstudent" zum Besten geben - unvergessen ist dieser beleidigte Gesang durch die Interpretation Johannes Heesters in einer alten Verfilmung anno 1936.

Auch Angela Hölscher widmete sich der leichten Muse, gab zunächst kokett das Kammermädchen Adele mit "Mein Herr Marquis" der "Fledermaus" und hatte später einige nette Duette, so auch "Wunderbar, wunderbar" aus "Kiss me Kate" und aus Mozarts unverwüstlichem Don Giovanni "Reich mir die Hand".

Gefällig war nach jedem Beitrag der Applaus und am Schluss, nachdem Chor und Solisten gemeinsam "Gelobt, gepriesen der heilige Name" interpretiert hatten, war sich das Publikum einig: Es war ein schöner Konzertnachmittag.