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Virus-Attacke: Alle städtischen Rechner in Sprockhövel betroffen

Virus : Virus-Attacke: Alle städtischen Rechner in Sprockhövel betroffen

Die Aufarbeitung bei der Stadt Sprockhövel wird noch dauern. Alle PCs werden geprüft. Auch bei Schulen und Kitas.

Rund zwei Wochen nach der Virusattacke auf die Server der Stadt beschäftigen die Folgen der Störungen, die die gesamte Sprockhöveler Verwaltung lahmlegte, die Verantwortlichen noch immer. Auch wenn die städtischen Mitarbeiter und Abteilungen mittlerweile per Mail wieder erreichbar sind und vieles schon funktioniert, bittet Fachbereichsleiter Stephan Sturm die Bürger noch um Nachsicht. „Hier und dort muss mit Einschränkungen gerechnet werden“, berichtet Sturm vom aktuellen Stand.

Bis zum Monatsende hofft der verantwortliche Amtsleiter, zumindest die Probleme im Publikumsverkehr in den Griff zu bekommen. Aktuell könne es bei Ausweisanträgen, beim Sozial- und Standesamt sowie bei Baugenehmigungen zu Verzögerungen kommen. Auch bei Unterhaltsangelegenheiten läuft es noch immer nicht wie gewünscht.

Für Notfälle habe man in den letzten Wochen durchaus auf die Hilfe der Kreisnachbarn bauen können. So wurde beispielsweise bei dringenden Ausweiserstellungen, die ja elektronisch freigeschaltet werden müssen, die Hilfe von Gevelsberger Amtskollegen in Anspruch genommen. Stadtintern waren und sind die Maßnahmen aber wesentlich folgenreicher.

So muss nach Informationen der WZ nicht nur jeder städtische Computer im Rathaus und in den Bürgerbüros eingesammelt und „bereinigt“ werden, sondern auch die der gesamten Kommune, sprich auch von allen städtischen Kitas und Schulen. „Durch die personelle Situation der Abteilung könnten die Maßnahmen natürlich Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Stephan Sturm vielsagend, ohne dabei deutlicher zu werden. In Kürze ist eine Pressekonferenz zum Thema angesetzt.

Offensichtlich ist der „Krypto-Virus“ von außen ins System hereingetragen worden. „Ich glaube nicht, dass jemand bewusst und mit Vorsatz Sprockhövel schaden wollte. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass da beispielsweise etwas bei Bewerbungen in PDF- oder Word-Dateien versteckt war, ist bei den aktuell vielen öffentlichen Ausschreibungen größer geworden“, spricht Sturm von immer drohenden Gefahren. Natürlich habe die Stadt entsprechende Virenschutzprogramme gehabt. Diese seien aber wohl überlistet worden.

Dass sich Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung durch das Besuchen infizierter Seiten den Virus gefangen haben, glaube man bei der Stadt nicht. Genauso sei es sehr unwahrscheinlich, dass sich Besucher auf Sprockhövels Homepage angesteckt haben.

Der Vorfall wurde
dem Land sofort gemeldet

Seinen Pflichten beim Datenschutz sei die Stadt übrigens jederzeit nachgekommen. Innerhalb von 72 Stunden habe die Behörde die Vorfälle dem Landesschutzbeauftragten melden müsen. „Das haben wir getan“, betont Sturm kurz und knapp im Bewusstsein der Sensibilität der Vorfälle. Zudem sei extra eine externe Firma eingeschaltet worden. Damit sollte zum einen Transparenz hergestellt werden, zum anderen sollten die Mitarbeiter damit unterstützt werden.

Darüber hinaus habe die Verwaltung laut Stephan Sturm eine Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Um ganz sicher zu sein, dass man den am 10. Juli aufgetreten Virus nicht noch einmal verbreitet, habe man die Netzwerke mit den Datensicherungen ab dem 4. Juli nach und nach zu Probe laufen lassen. Schließlich wolle man nicht riskieren, dass alles noch einmal lahmgelegt wird.