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Verdienstmedaille für Robert Maruhn aus dem EN-Kreis

Ausgezeichnet : Verdienstmedaille für Robert Maruhn aus dem EN-Kreis

Die Musik-Projekte des Hattingers schweißen Schüler seit Jahren zusammen.

Als Robert Maruhn im Januar dieses Jahres den Brief in der Hand hielt, in dem stand, dass ihm die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland verliehen wird, hat er dies für einen Scherz gehalten, wie er lachend verrät. Keiner der Leute aus seinem näheren Umfeld, die nach seinem Engagement befragt worden sind, habe ihm gegenüber etwas durchsickern lassen. „Auch nicht meine Chefin“, sagt der Mann, der im EN-Kreis lebt, über die Schulleiterin des Gymnasiums an der Wolfskuhle in Essen.

Robert Maruhn ist Lehrer aus Leidenschaft. Seit 2002 lehrt er am Essener Gymnasium Biologie und Musik, davor war der mittlerweile 62-Jährige an anderen Bildungseinrichtungen tätig. Musik verbindet Menschen, meint er. Und sie beflügelt Schüler. Auch leistungsschwächere, egal welcher Stufe, blühten in der Band oder im Chor auf und engagierten sich.

Seit rund einem Vierteljahrhundert schweißt Maruhn die Schüler mittels der Musik zusammen. „In solchen Projekten lernt man als Team zu arbeiten und auf das Ergebnis, das man leistet, stolz zu sein“, spricht er aus seinem Erfahrungsschatz. Manche seiner Schüler kommen auch Jahre nach dem Abi wieder, um sich auszutauschen. Ein ehemaliger Schüler feiert derzeit Erfolge mit der Band Frida Gold, ein anderer ist dabei, in die Fußstapfen eines scheidenden Musikprofessors zu treten. Zwei seiner ersten Schüler, die er in der Band hatte, sind mittlerweile selber als Lehrer ans Gymnasium an der Wolfskuhle zurückgekehrt und betreuen mit ihm gemeinsam die jungen Musiker. „Das Erbe lebt fort“, blickt er freudig nach vorne.

Maruhn hat die musikalische Ader des Gymnasiums an der Wolfskuhle zum Pulsieren gebracht. Es gibt dort mehrere Bands, die sich aus verschiedenen Jahrgangsstufen zusammensetzen, ebenso Orchester, Drumline und Chöre. Maruhn steht als Koordinator im Zentrum. Auch Musicals hat er in seinem Repertoire. Nach den Sommerferien hofft er, dass die Schüler wieder Auftritte auf der Bühne hinlegen können. „Da steckt Zukunftsmusik drin“, sagt er schmunzelnd. Vorgeschlagen für die Verdienstmedaille habe ihn ein Bekannter, der regelmäßig die Auftritte der Bands besuchte.

Landrat Olaf Schade lobte den Einsatz des Mannes: „Durch Ihr Wirken haben Sie Generationen von Schülerinnen und Schülern nicht nur das Tor zur Musik geöffnet und sie zu herausragenden Leistungen motiviert. Sie haben ihnen auch das Zusammenarbeiten und Zuhören gelehrt, Disziplin geschult sowie Kreativität und Rücksichtnahme gefördert.“