TSG startet in die NRW-Liga

TSG startet in die NRW-Liga

Die Fußballer bestreiten heute ihr erstes Spiel in der NRW-Liga. Der erste Gegner: Fortuna Köln.

Sprockhövel. Es ist zwar erst der erste Spieltag in der NRW-Liga, aber für die Fußballer der TSG Sprockhövel dürfte der heutige Abend bereits einer der absoluten Saisonhöhepunkte werden. Um 19.30 Uhr erwartet der Aufsteiger den vielleicht schillerndsten Gegner der höchsten Amateurklasse: Fortuna Köln. Ein großer Name, viel Tradition und lange Zeit eine feste Größe in der zweiten Liga.

Mit 26 Jahren im Unterhaus ist die Fortuna sogar Rekordhalter. 1973 gelang sogar der Aufstieg in die erste Liga. Im Jahr darauf war das Intermezzo allerdings schon wieder beendet. Noch einmal schnupperte der DFB-Pokalfinalist von 1983 (0:1 gegen den 1. FC Köln) am Aufstieg in die Eliteklasse: 1986 standen die Kölner in den Relegationsspielen gegen Erstligist Borussia Dortmund. Nach dem mit 2:0 gewonnen Hinspiel und einer 1:0-Führung im Westfalenstadion schien der Außenseiter schon fast am Ziel, bevor der BVB das Ruder noch einmal herumriss und der legendäre Jürgen "Kobra" Wegmann ein drittes Entscheidungsspiel auf neutralem Platz erzwang. Das gewannen die Dortmunder gegen angeschlagene Kölner dann mit 8:0. Und auf Seiten des BVB wirkte ein Mann mit, dem auch jetzt wieder eine tragende Rolle zukommt: Lothar Huber. Inzwischen Trainer der TSG Sprockhövel und nach dem geglückten Aufstieg wohl vor der größten sportlichen Herausforderung der Vereinsgeschichte. Die Mission heißt Klassenerhalt. "Über mehr brauchen wir uns auch überhaupt nicht zu unterhalten", bekräftigt Huber.

Der Klassenerhalt ist also das Maß aller Dinge für die junge Mannschaft. 17 Akteure des Kaders sind unter 21 Jahre alt. Da werden schnell Erinnerungen wach an das verkorkste Oberligagastspiel vor zwei Jahren, als die TSG nicht viel zustande brachte und am Ende schon mehrere Spieltage vor Schluss abgeschlagen im Tabellenkeller dümpelte.

Das soll sich keinesfalls wiederholen. Obwohl die Sprockhöveler von den Experten zu den ganz heißen Abstiegskandidaten gezählt werden. "Man muss realistisch sein", sagt Huber. "Es gibt in dieser Liga Mannschaften, mit denen können wir uns nicht messen. Die sind um Klassen besser besetzt. Das heißt aber nicht, dass wir sie nicht schlagen können", so der Coach kämpferisch. "Die müssen uns erst einmal die Punkte abnehmen und freiwillig geben wir die nicht her. Ich traue uns einiges zu. Aber eins ist klar: Die Spiele werden aus der Abwehr heraus gewonnen. Die Null muss stehen", bemüht Huber ausgerechnet eine Fußballweisheit, die einst ein Schalke-Trainer prägte.

In der Außenseiterrolle fühlt sich der erfahrene Ex-Profi von Borussia Dortmund offensichtlich wohl, und er glaubt, dass diese Konstellation auch seinen Schützlingen entgegen kommt. Denn spielerisch habe die TSG einiges drauf. "Aber auf diese Qualitäten dürfen wir uns nicht verlassen. Nur mit spielerischen Mitteln gewinnt weder Bayern München, noch Barcelona oder Real Madrid." Disziplin, Aggressivität, Zweikampfstärke seien das A und O. "Meine Spieler sind da oft zu lieb, zu anständig. Wir müssen aber in jedem Spiel bis an die Grenze gehen. Und gegen die Mannschaften, die mit uns auf Augenhöhe sind, gewinnen."

Wie stark die Kölner sind, ist schwer abzuschätzen. In der vergangenen Saison landeten sie trotz großer Zuschauerunterstützung lediglich auf Rang neun. Zwar wollen die Südstädter mittelfristig wieder zurück in den bezahlten Fußball, aber die Favoriten der Liga heißen vor allem Siegen, Schwarz-Weiß Essen und nicht zuletzt die Zweitvertretungen der Bundesligisten Aachen, Bielefeld und Duisburg. Nach der starken Leistung beim 1:2 im letzten Testspiel gegen den sehr gut besetzten Regionalligisten VfL Bochum II geht die TSG zuversichtlich ins Auftaktmatch gegen Fortuna Köln. "Wenn wir so spielen wie gegen Bochum, ist mir nicht bange”, sagt Huber. Neuzugang Ali Abou-Saleh (frühe Auswechslung gegen Bochum wegen muskulärer Probleme) und Andrius Balika (Oberschenkel) sind angeschlagen.

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