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Trotz Corona: Musikschule Sprockhövel freut sich über viel Interesse

Corona : Musikschule freut sich über viel Interesse

Die Einrichtung versucht, so viele Angebote wie möglich zu erhalten.

Der Teil-Lockdown im November legte Anfang des Monats die Musikschulen im Land lahm. Der Unterricht sollte genauso wie Sport und andere Freizeitaktivitäten nicht mehr stattfinden. Doch der Beschluss währte nur drei Tage: ab dem 5. November durfte der Musikunterricht an den Musikschulen in NRW wieder stattfinden. „Die Frage ist nicht, warum er wieder stattfinden darf, sondern warum er nicht stattfinden sollte“, sagte Matthias Pannes, Bundesgeschäftsführer des Verbands Deutscher Musikschulen. Die Musikschulen hätten genehmigte Hygienekonzepte unter städtischer Aufsicht. „Das Setting im Einzelunterricht oder kleinen Gruppen ist sicherer als der Schulunterricht am Vormittag“, so Pannes weiter. „Es wäre eine Unwucht gewesen, dass gleichzeitig privater Unterricht in Elternhäusern hätte stattfinden dürfen.“ In NRW und Hessen hatte sich der Verband erfolgreich gegen den Vorschlag der Bundesregierung durchgesetzt, die Musikschulen bis zum 30. November zu schließen.

Aus diesem Grund darf auch der Musikunterricht in Sprockhövel wieder stattfinden. „Wir bieten gerade kein Ballett und kein Tanz an, weil das als Sport gilt“, sagt Annegret Theis, Leiterin der Musikschule. Sonst laufe der Unterricht normal weiter „nach Vorgaben der Coronaschutzverordnung“. Das bedeutet im Ensemble müssen die Musikschüler einen Abstand von 1,5 Meter Abstand einhalten oder einen Mundschutz tragen. Im Unterricht für Blasinstrumente ist ein Abstand von zwei Metern einzuhalten.

Der Unterricht findet zu 100 Prozent als Präsenzunterricht statt. „Für den Musikunterricht ist das angemessener, da der Kontakt viel enger sein muss als an allgemeinbildenden Schulen“, sagt Theis. Die Ergebnisse im Videounterricht seien nicht so gut. „Der Lehrer kann vor Ort viel besser auf die Haltung achten, zum Beispiel wie ein Schüler die Hand oder den Körper hält“, so Theis. Auch die Tonqualität im Präsenzunterreicht ist besser als online. Der Online-Unterricht werde nicht mehr nachgefragt.

Angebote im Elementarbereich sind noch offen

„Es gibt keine Eltern oder Kinder, die Bedenken wegen des Präsenzunterrichts haben“, sagt sie. Im Gebäude seien weniger Personen als in der Schule oder einem Geschäft. „Die Sorge ist nicht da“, sagt die Musikschulleiterin. Die Leute seien an Angeboten interessiert und wollten raus aus der Isolation. Die Schüler wollten unter Anleitung einer Lehrkraft etwas machen und schätzen es, dass das wieder möglich ist. „Das haben wir besonders nach den Sommerferien gemerkt“, sagt Theis. Es seien alle sehr froh, dass sich das so ergeben habe. An der Musikschule Sprockhövel gab es nach Angaben von Theis bisher keinen Fall von Covid-19.

Matthias Pannes weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man in dieser Zeit mit großer Vorsicht und Verantwortung Entscheidungen treffen muss. „Es finden keine Veranstaltungen statt und große Ensemble dürfen auch nicht proben“, sagt er. Es gebe kein schwarz-weiß, man müsse abwägen, was möglich ist. Aus pädagogischer Sicht sei es sinnvoll, vor allem Anfänger im Präsenzunterricht zu unterrichten. „Wenn eine Bindung besteht, kann man auch auf Online-Unterricht zurückgreifen“, sagt Pannes.

Schwierigkeiten für den Präsenzunterricht ergäben sich, wenn zwei Schüler zusammen Klavierunterricht nehmen. Mit einem Klavier sei der Mindestabstand nicht einzuhalten, sagt er. Dann müsste man entweder ein zweites Klavier beschaffen oder den Unterricht splitten, so dass jeder Schüler einen Teil der Unterrichtszeit bekommt oder nur jede zweite Woche dran ist. „Das Gute ist, dass man versucht, passgenaue Lösungen zu finden“, sagt Pannes.

Vokalunterricht könne stattfinden, weil es Abstandsregeln und Lüftungspausen gebe und Trennwände verwendet würden. Gleiches gelte im Bläserbereich. Kündigungen gibt es nach Angaben von Annegret Theis und Matthias Pannes kaum bis gar nicht. Sorgen bereitet Pannes aber der Elementarbereich. „Nach dem Teil-Lockdown wollen wir im Bereich der Vier- bis Sechsjährigen gezielt Angebote machen“, sagt er. Hier müsse man schauen, welche Angebote weitergeführt werden können, weil der Musikunterricht im Elementarbereich meist in Gruppen stattfindet.