1. NRW
  2. Sprockhövel

Trasse: Warten auf den Radsportboom

Trasse: Warten auf den Radsportboom

Der Vereinssport und Fachhändler profitieren noch nicht wie erhofft.

Sprockhövel. Die Glückauf-Trasse, gerade nach Öffnung des Tunnels Schee im Dezember 2014, hat die Hoffnung auf mehr Touristen und Radfahrer in Sprockhövel geweckt. Heimische Clubs und Händler warten aber noch auf einen Effekt.

Der Radsport-Club (RSC) Westfalia, Sprockhövels einziger Radsportverein, hat etwa keinen Zulauf bekommen. Im Gegenteil. Der Verein hat gerade noch 15 Mitglieder und versucht nach einer kürzlich vorgenommenen Neuaufstellung sich wieder nach vorne zu bringen. Bernd Brucker aus dem Vorstand sagt, bisher merke der Verein nichts von einer neuen Fahradbegeisterung in der Stadt. „Noch nicht“, denn er ist sich sicher, dass das noch kommt.

Gerade arbeitet der Verein an neuen Aktionen, um sich mehr in die Öffentlichkeit zu bringen. Bernd Brucker ist optimistisch, gerade weil die Trasse so viele Möglichkeiten eröffne — lange Strecken, Rennen, kurze Touren. Auch die Polizei meldet nach einer Angebot für Fahrradfahrer vom Wochenende: kaum Resonanz (siehe Infokasten)

Trotzdem ist auch Frank Hammacher optmistisch, Inhaber von Franks Fahhradladen. Noch sei es zu früh zu bewerten, ob die Trasse etwas ändere. Er hat den Laden an der Hauptstraße seit 18 Jahren und denkt eher langfristig. Bisher sei es aber so, dass die Fahrradkäufe abnähmen — nur die Reparaturen stiegen an. Seine Erklärung: „Das kommt, weil die Leute eben nicht so viel Geld ausgeben wollen und Räder beim Baumarkt kaufen.“

Dabei sorgt die Trasse nach der Meinung vieler für eine Zunahme an Radlern in Sprockhövel. Helmut Dikty, Sportwart beim Stadtsportbund spricht von einem regelrechten Aufschwung seit der Tunnelöffnung — gerade was radfahrer aus Wuppertal und dem Ruhrgebiet angeht.

Auch Karl-Heinz Krieger, der bis 2001 einen fahrradladen in Sprockhövel hatte und heute eine Website mit Reparaturtipps betreibt, sagt, die Tunnelöffnung hat für die Bewohner der Stadt mehr Möglichkeiten geschaffen. Die Nordbahntrasse, Solingen, Aprath — es gebe viele interessante Ziele, die jetzt erreichbar seien. „Wir haben hier Möglichkeiten, da träumen andere von.“

Zahlen zur Nutzung gibt es aber nicht. Die haben weder das Stadtmarketing noch der Glückauftrassen-Verein. Beate Prochnow, Vorsitzende des Vereins, glaubt aber, dass die Möglichkeiten für mehr Radverkehr gesorgt hätten — wovon die lokalen Akteure bisher nicht viel gemerkt haben.