Sturmtief „Andrea“ ist nach einer Haßlinghauserin benannt

Sturmtief „Andrea“ ist nach einer Haßlinghauserin benannt

Die Patenschaft war ein spontanes Geschenk ihres Freundes an Andrea Stefan.

Haßlinghausen. Wenn am Donnerstag in den Nachrichtensendungen und Wetterberichten vom Orkantief „Andrea“ die Rede ist, dann ist damit untrennbar der Name von Andrea Stefan verbunden. Die 34-jährige Mutter wohnt in Haßlinghausen und ist die offizielle Namenspatin der stürmischen Wettererscheinung.

„Ich habe die Patenschaft im Oktober von meinem Freund als Spontangeschenk bekommen, nachdem wir darüber gesprochen hatten, dass es so etwas gibt“, berichtet Andrea Stefan. Im ersten Moment sei es ein kleiner Schock gewesen, als sie davon gehört habe, dass sie Patin ausgerechnet von diesem Tiefdruckgebiet geworden sei, vor dem die Wettervorhersagen auch in Nordrhein-Westfalen schon am Vortag warnen. „Aber es ist auch ein bisschen Stolz mit dabei“, sagt die Haßlinghauserin.

„Man muss jetzt mal abwarten, was passiert“, zeigt sie sich am Tag vor dem Sturm noch relativ gelassen, während die Meteorologen beim Durchzug der zum Tiefdruckgebiet gehörenden Kaltfront am Donnerstagmorgen Wind bis zur Sturmstärke 11 befürchten.

Die Tradition der Benennung von Luftdruckgebilden in Mitteleuropa geht auf das Jahr 1954 und einen Vorschlag der späteren „Wetterfee“ Karla Wege zurück. Zunächst bekamen Hochdruckgebiete immer männliche, Tiefdruckgebiete immer weibliche Vornamen. Nach feministischer Kritik im Jahr 1998 wurde der jährliche Wechsel eingeführt. Nun erhalten in geraden Jahren wie 2012 Tiefs weibliche und Hochs männliche Namen, in ungeraden Jahren ist es umgekehrt.

Zuständig für die Benennung ist das Institut für Meteorologie an der Freien Universität in Berlin. Seit 2002 können auch Privatleute Vornamen für Hochs und Tiefs kostenpflichtig buchen.

„Für das Jahr 2012 ist nur noch ein Hochdruckgebiet mit dem Buchstaben ,V’ frei, Tiefdruckgebiete gibt es noch ein paar mehr“, weiß Katrin Krüger vom Team Wetterpate des Instituts. Der Grund dafür: „Bei den Tiefs kommen wir im Laufe eines Jahres fünfmal durch das Alphabet, bei den Hochs nur zweimal“, sagt Katrin Krüger. Mit den Einnahmen wird die kontinuierliche Wetterbeobachtung durch die Studenten des Instituts finanziert.

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