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Städte im Ennepe-Ruhr-Kreis reagieren mit Absagen auf Corona-Pandemie

Termine : Städte reagieren mit zahlreichen Absagen auf Pandemie

Bürgerbüros stellen auf Termingeschäft um. Ämter wollen digital auf Kundenbedürfnisse eingehen.

Die Städte des Ennepe-Ruhr-Kreises reagieren mit zahlreichen Absagen auf das Coronavirus. Ziel ist es, das Risiko einer Ansteckung zu minimieren, nachdem die Zahl der Corona-Infektionen am Freitag auf neun angestiegen war.

In Sprockhövel wurden bislang die meisten bestätigten Fälle (5) verzeichnet. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, hat etwa die Stadt Sprockhövel nicht nur Feste abgesagt, sondern auch verfügt, dass die städtischen Gremien vorerst nicht mehr tagen, sofern keine notwendigen Beschlüsse von diesen gefasst werden müssen. Der Krisenstab bewerte die Lage jeden Tag neu, heißt es aus dem Rathaus.

Bei der Stadt Witten (zwei bestätigte Fälle) hat man sich am Freitag zu ähnlichen Schritten entschlossen. So ist der Streichelzoo auf dem Hohenstein vorsorglich für die Öffentlichkeit geschlossen worden. Bei der Bürgerberatung werde ab Montag nur noch mit Termin beraten. Dies gelte auch für das Abholen von Ausweisdokumenten. „Damit soll verhindert werden, dass in der Wartezone der Bürgerberatung viele Menschen eng nebeneinander sitzen. Ob es demnächst zu weiteren Einschränkungen wegen der Corona-Epidemie kommt, ist noch nicht abzusehen und muss aufgrund der dynamischen Entwicklung kurzfristig entschieden werden“, teilte die Stadt am Freitagmorgen mit. Doch die weiteren Einschränkungen ließen nicht lange auf sich warten. Denn im Laufe des Vormittags wurde bekannt, dass das Wittener Stadtmarketing das Muttentalfest abgesagt hat, das eigentlich am 5. April hätte stattfinden sollen. „Wir hatten uns sehr auf den Saisonstart in der Wiege des Ruhrbergbaus gefreut“, sagt Katia Göbel von der Veranstaltungsorganisation. Doch die Eindämmung des Virus müsse höchste Priorität haben.

Nicht zuletzt deshalb werden bei Trauungen in Witten auch nur noch 20 Gäste zugelassen. So sei es möglich, die Räume lockerer zu bestuhlen.

Die Stadt Hattingen (vier bestätigte Fälle) hat entschieden, dass bis zum 30. April alle eigenen Veranstaltungen ausfallen. An private Veranstalter appelliert die Stadt ebenfalls, einen Verzicht zu prüfen. Man wolle die Ausbreitung des Coronavirus möglichst lange hemmen, damit für die Erkrankten ausreichend ärztliche Kapazitäten zur Verfügung stehen. „Dazu“, so der Leiter des Krisenstabs Frank Mielke, „ist es wichtig, Versammlungen von Menschen möglichst zu vermeiden und auf alle unnötigen Verkehrsströme zu verzichten. Wir müssen heute schon verhindern, dass die Lage übermorgen aus dem Ruder läuft.“

In Hattingen wurden zudem die Schwimmbäder für die Öffentlichkeit gesperrt. Sportvereine wurden dazu aufgerufen, ihre Aktivitäten möglichst einzuschränken. Dies gelte insbesondere für den Vereinssport in Hallen, die grundsätzlich geöffnet blieben. Viele Vereine und Institutionen haben ihre Veranstaltungen bereits abgesagt. Mielke: „Mit Blick auf nicht-städtische Veranstalter appellieren wir an die Vernunft und setzen auf Freiwilligkeit.“

Die Stadt Ennepetal (ein bestätigter Fall) hat dagegen alle öffentlichen Veranstaltungen ab einer Teilnehmerzahl von 50 Personen unter Erlaubnisvorbehalt gestellt. Ab Montag sind alle Veranstalter verpflichtet, ihre Veranstaltungen einem Pandemie-Check zu unterziehen. Dazu zählen Kultur-, Sport und gesellschaftliche Veranstaltungen. Die Stadtverwaltung stellt den Veranstaltern einen Fragebogen zur Verfügung, der die Beurteilung der Veranstaltung ermöglicht. „Man kann sagen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Genehmigung sinkt, je mehr Personen sich unorganisiert auf begrenzter Fläche bewegen“, erläutert der Leiter des städtischen Krisenstabs, Stephan Langhard. Und Bürgermeisterin Imke Heymann stellt klar: „Alle städtischen Veranstaltungen werden unabhängig von der Anzahl der Besucher grundsätzlich zunächst bis zum 19. April abgesagt.“ Dies gelte auch für die städtischen Gremiensitzungen. gob