Stadt und Vereine feilen an Fortsetzung der Sprockhöveler Schlagernacht

Musik : Stadt und Vereine feilen an Schlagernacht-Fortsetzung

Erste Gespräche haben stattgefunden. Unklar ist aber noch, wer die Organisaton federführend übernimmt.

Die Nachricht, dass die vom Haßlinghauser Klaus Densow organisierte Schlagernacht in diesem Jahr zum letzten Mal stattfinden sollte, löste bei den Fans der Großveranstaltung Entsetzen aus. Umso freudiger fielen die Reaktionen aus, als Densow, der selbst auch singt und ähnliche Formate auf Schiffen und auf Mallorca organisierte, verriet, dass im Hintergrund einige Gespräche liefen, wie die Schlagernacht in der Glückauf-Halle vielleicht doch noch zu retten ist. In welcher Form ist allerdings noch unklar.

Gerüchten zufolge soll vor allem die Fußballabteilung des TuS Haßlinghausen Bereitschaft signalisiert haben, die Organisation zu übernehmen, um die Traditionsveranstaltung am Leben zu halten. Bestätigen wollen die Verantwortlichen dies nicht. Es sei noch nichts in Stein gemeißelt, sagen sowohl Densow als auch die TuS-Verantwortlichen. Und auch von der Zentralen Gebäudebewirtschaftung der Stadt Sprockhövel (ZGS), die Vermieterin der Glückauf-Halle ist, gibt man sich zurückhaltend.

TuS kann und will Verantwortung nicht alleine schultern

„Bislang ist noch nichts perfekt. Wir reden miteinander und wollen schauen, ob wir die Fortsetzung stemmen können. Bislang ist es nur eine Idee“, erklärt Densow im WZ-Gespräch. Er sei weiter bereit, seine Kontakte in die Schlagerszene spielen zu lassen, Stars nach Sprockhövel zu locken. „Aber es kann nicht sein, dass ich vorher alle Tische vorbereiten und mich nach der Veranstaltung mit meinem Team bis sechs Uhr um das Aufräumen kümmern muss“, betont der Organisator. Dies sei bei den vergangenen Auflagen der Schlagernacht so gewesen, wodurch erst ein Ticketpreis von unter 20 Euro möglich gewesen sei.

Densow stellt auch die Bedingung, dass er nur mit im Boot sei, wenn die Schlagernacht weiter in der Glückauf-Halle stattfinden könne. „Hier fühlen sich die Künstler und Gäste gleichermaßen wohl.“

Ralph Holtze, Chef der ZGS, würde es befürworten, wenn die Schlagernacht weiter in Sprockhövel stattfinden kann. „Die Leute mögen dieses Event. Und im Falle einer Beteiligung des TuS wäre es ein Brückenschlag, wenn er als Haßlinghauser Verein hier in Niedersprockhövel etwas organisieren würde“, sagt Holtze, betont aber auch, dass es noch keine Gespräche in Bezug auf die Höhe der Miete oder einen Termin gegeben habe.

Jörg Rottmann zeigt sich indes überrascht von diesen Aussagen. „Fakt ist, dass wir uns einmal mit Klaus Densow unterhalten haben und uns für den Anfang des Jahres erneut verabredet haben“, sagt der TuS-Vorsitzende. Er kenne Klaus Densow gut, sei mit ihm in dieselbe Klasse gegangen. Doch das allein reiche nicht. Er müsse für den Verein abwägen, ob eine solche Veranstaltung für den Verein stemmbar ist. „Wir müssen die Chancen und Risiken für den TuS diskutieren“, sagt Rottmann, der das generelle Interesse des Vereins zur Zusammenarbeit bestätigt. „Wenn es Klaus darum geht, Hilfe zu bekommen, haben wir ihm das bereits angeboten – auch in der Glückauf-Halle. Man muss halt nur die Rahmenbedingungen abstecken.“

Rottmann betont aber auch: „Es kann und darf nicht sein, dass das Fortbestehen der Schlagernacht jetzt auf die Schulter des TuS Haßlinghausen gelegt wird und nur von unserer Entscheidung abhängt.“ Er wolle als Vereinsvorsitzender ergebnisoffen in die Gespräche gehen. Käme die Zusammenarbeit zustande, würde sich gewissermaßen ein Kreis schließen. Denn die erste Schlagernacht hatte Densow mit dem TuS als Partner organisiert.

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