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Sprockhövel.: Stadt kritisiert Ruhr-Konzept des RVR

Sprockhövel. : Stadt kritisiert Ruhr-Konzept des RVR

Die Verwaltung sieht an der einen oder anderen Stelle Bedarf zur Nachbesserung.

Mit dem vom Regionalverband Ruhr (RVR) erarbeiteten „Handlungsprogramm zur räumlichen Entwicklung der Metropole Ruhr“ hat sich am Donnerstagabend der Stadtrat Sprockhövel beschäftigt. Im Auftrag des Rates beziehungsweise des vorgeschalteten Ausschusses für Stadtentwicklung, Denkmalschutz und Wirtschaftsförderung hat die Stadtverwaltung bereits eine Stellungnahme an den RVR abgegeben. Nötig war dies, weil die Stellungnahme bis zum 1. März beim Regionalverband eingehen musste.

Das etwa 120 Seiten umfassende Handlungsprogramm ist eine informelle Planung und wird dem RVR zur Seite gestellt. Das Planungsprogramm stellt „eine strategische Selbstverpflichtung“ dar und greift Themen und Konzeptvorschläge auf, die auf regionaler Ebene von Bedeutung sein können. Dabei handelt es sich um einen Baustein für ein regionales Entwicklungsprogramm. Begleitet wurde der Prozess durch den Arbeitskreis „Regionaler Diskurs“ und einen Beirat.

In zehn Handlungsfeldern dekliniert das Handlungsprogramm die wichtigsten Themen für die regionale Entwicklung. Das sind Themenbereiche wie etwa lebenswerte Stadträume, eine regional abgestimmte Steuerung des Einzelhandels, eine vernetzte Mobilität, eine attraktive Tourismus- und Freizeitinfrastruktur oder die Stärkung von Bildung und Wissenschaft. Dabei werden zu jedem Themenfeld der Status Quo vorgestellt und mögliche Entwicklungsperspektiven aufgezeigt. Diese Perspektiven betreffen unter anderem ein regionales Mobilitätsentwicklungskonzept oder eine regionale Tourismus- und Freizeitplanung. Dabei werden auch rund 50 Steckbriefe für regionale Handlungsansätze definiert.

Themenbereich Wohnen ist
aus Sicht der Stadt wichtig

Aus Sicht der Stadt Sprockhövel ist unter anderem der Themenbereich „Wohnen“ von größerem Interesse. Die vom RVR zur Verfügung gestellten Monitoringverfahren zur Regionalen Wohnungsmarktbeobachtung sowie das Flächeninformationssystem Ruhr (ruhrFIS) sollten dazu dienen, „sachgerechter und kurzfristiger auf Bedarfe im Wohnungsmarkt und bei der Bereitstellung von Wohnbauflächen zu reagieren“, erklärt die Stadtverwaltung. Im Bereich „Wirtschaft“ sollte nach Ansicht der Verwaltung ein höherer Stellenwert auf die „Industrieproduktion 4.0“ gelegt werden, da es vor allem im südlichen Teil des Verbandsgebietes eine Vielzahl kleiner und mittelständisch geprägter gewerblicher und produzierender Unternehmen gebe.

Kritik gibt es an der Standortkampagne „Stadt der Städte“, die auf die Vorzüge und Qualitäten der Metropole Ruhr aufmerksam machen soll. Nach Einschätzung der Sprockhöveler Stadtverwaltung ist noch unklar, welche Zielgruppe – Bürger oder Investoren - damit angesprochen werden soll. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten profitiere die Stadt „derzeit nicht von der Kampagne“, heißt es. Vor allem die Kommunen am Rande des Verbandsgebietes müssten bei den Maßnahmen stärker als bislang einbezogen werden.

Für das Themenfeld „Tourismus und Freizeit“ begrüßt die Verwaltung die Erarbeitung eines regionalen Konzeptes, um die touristischen Stärken in den regionalen Teilräumen herauszuarbeiten. Mit Blick auf Sprockhövel sollten hier Attraktionen wie die Zeche Alte Haase und die Rippenmarkenwand am Steinbruch Weuste berücksichtigt werden. Vor allem die Anbindungen der Standorte an den Ruhrtal-Radweg beziehungsweise die Glückauf-Trasse seien sinnvoll.

Nach Ansicht der Stadtverwaltung listet das Handlungsprogramm des RVR „eine Vielzahl von Arbeitsaufträgen“ auf. Bei der geplanten Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm sei es nun aber „zwingend erforderlich“, die einzelnen Projekte zu priorisieren. Das sei nötig, um einen „effizienten Mitteleinsatz“ zu erreichen.