Kita-Plätze: Stadt befragt Eltern zu Kita-Plätzen

Kita-Plätze : Stadt befragt Eltern zu Kita-Plätzen

Mehr als 1000 Bögen wurden für die Umfrage verschickt. Der Bedarf an Betreuung wächst.

. In diesem Jahr schickte das Sprockhöveler Jugendamt eine Umfrage an Eltern, deren Kinder im nächsten Jahr noch nicht in die Schule gehen und deren Kinder im ersten Halbjahr 2018 geboren wurden. Mit der Umfrage wollten die Verantwortlichen herausfinden, wie viele Kinder einen Kitaplatz brauchen und wie viele noch keinen haben. „Diese Befragung ist für die Jugendhilfe- und Kindergartenbedarfsplanung sinnvoll“, erläutert Jens Kozay von der Stadt Sprockhövel. Insgesamt wurden etwas mehr als 1000 Umfragebögen verschickt, von denen aber nur 566 ausgefüllt zurückgeschickt wurden. „Etwa 80 Prozent der Kinder, die noch keinen Platz haben, brauchen ab 2019 einen“, resümierte Kozay aus den vorliegenden Ergebnissen.

Die Umfrage werde in regelmäßigen Abständen gemacht, um die Entwicklung zu beobachten, aber auch um genügend Plätze einplanen zu können. Die letzte Umfrage fand vor sechs Jahren im Jahr 2012 statt. „Man kann eindeutig beobachten, dass der Bedarf wächst“, so Kozay. „Die Stadt Sprockhövel hat schon immer dafür gesorgt, dass alle, die einen Platz brauchen, auch einen bekommen. Natürlich gibt es Einzelfälle, bei denen dann eine individuelle Lösung gefunden werden muss.“

Ein heikles Thema ist laut Kozay der steigende Bedarf an Betreuungsplätzen mit 45 Stunden. „Zunächst muss geprüft werden, ob das Kind den Platz wirklich braucht, also ob beide Eltern berufstätig sind. Denn als Stadt haben wir nur eine begrenzte Anzahl solcher Plätze.“ Es komme aber auch oft vor, dass Eltern eher 25 Stunden Plätze für ihre Kinder haben wollen.

Wunsch nach längeren Öffnungszeiten wird deutlich

Was Zahlen nicht sagen können, verdeutlichen individuelle Wünsche, die am Ende der Befragung angegeben werden konnten. Dabei ging es unter anderem um die Kosten für einen Kindergartenplatz. Vielfach wurde der Wunsch geäußert, zumindest die Elternbeiträge zu reduzieren. Doch nicht nur das, Wünsche gibt es auch beim Mittagessen und den Öffnungszeiten. 15 der Befragten wollen, dass ihr Kind trotz eines 35-Stunden-Platzes warmes Mittagessen im Kindergarten bekommt. Außerdem wollen einige der Eltern längere Öffnungszeiten. All diese Punkte wurden am Mittwoch in der Sitzung des Ausschusses für Jugendhilfe und Schule besprochen: „Der größte Punkt, der wohl angemerkt wurde, betrifft eine Flexibilisierung der Betreuungszeit“, stellte Kozay vor der Sitzung fest. „Wir müssen besprechen: Was ist möglich, aber auch was ist sinnvoll für die Kinder?“

Denn wenn es eine zu große Flexibilität im Alltag der Kinder gebe, sei das aus rein pädagogischer Sicht nicht sinnvoll. „Wir nehmen natürlich dennoch Rücksicht auf Elternbedürfnisse und die steigen. Das sieht man auch im Vergleich zur letzten Befragung“, erklärte Kozay. „Wir als Stadt sind aber natürlich bemüht, jedem Kind einen Kindergartenplatz zur Verfügung zu stellen.“

Der Aspekt, der in den vergangenen Jahren am meisten gewachsen ist, sei laut Umfrage der Bedarf an U3-Betreuung. Mehr als die Hälfte der Kinder, die in diesem Jahr geboren wurden, brauchen im nächsten Jahr bereits einen Platz im Kindergarten. Dabei sind 25-, 35- und 45- Stunden-Plätze möglich. Die Mehrzahl der Eltern möchte gerne einen 35-Stunden-Platz für ihr Kind haben. Jens Kozay fasst zusammen: „Das muss alles in Einklang gebracht werden: Die Forderungen der Eltern, die Möglichkeiten der Stadt, aber auch der Kindergärten. Denn ob beispielsweise eine größere Flexibilität möglich ist, hängt natürlich auch vom Personal und von den Kosten ab.“

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