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Sprockhöveler Vereine haben durch das Coronavirus kaum Einnahmen

Vereinsleben : Vereine haben kaum Einnahmen

Viele beliebte Termine wie Tanz in den Mai oder andere Feste mussten im Zuge der Pandemie abgesagt werden. Doch die Mitglieder zeigen sich solidarisch.

Zu den Bereichen, die von der Corona-Krise am stärksten betroffen sind, gehört der Sport. Davon können die Sprockhöveler Vereine berichten, die sich gleichzeitig aber auch über großes Verständnis ihrer Mitglieder freuen können.

Bärbel Stahlhuth, Finanzvorstand der TSG, des mit 3300 Mitgliedern größten Sportvereins in Sprockhövel, erinnert daran, dass der Vorstand beschlossen hatte, ab dem 16. März sämtliche sportlichen Aktivitäten einzustellen. „Wir haben die Mitglieder per Aufruf davon unterrichtet und sind dabei auf viel Verständnis gestoßen. Vereinstreue war fast allen Mitgliedern wichtiger als eventuelle Rückerstattung der Beiträge. Nach den Lockerungen haben wir für die Sportarten auch spezielle Konzepte entwickelt, wobei die Sicherheit an erster Stelle stand. Es war nicht einfach, alles umzusetzen. Finanzielle Einbußen haben uns natürlich der Verzicht auf den Tanz in den Mai, der Ausfall der Reha-Kurse und des Betriebssportes beschert. Wie sich das insgesamt auswirkt, sehen wir erst am Jahresende.“

Probleme mit der Einhaltung von Abstandsregeln gibt es beim Bogensportclub eher selten. „Wir können zwar nach wie vor unser Vereinsheim nicht benutzen und haben deshalb auch bei Familienfeiern unserer Mitglieder Einnahmeausfälle, aber unseren Sport selbst berührt Corona nicht sonderlich“, erklärt der Vorsitzende Dietmar Stocharra. „Unsere Scheiben stehen vier Meter auseinander, sodass Körperkontakte vermieden werden. Wir hatten keine Abmeldungen, aber natürlich auch keine Neuanmeldungen.“

Auch der SC Obersprockhövel blieb nicht von den Auswirkungen von Covid-19 verschont. „Die Meisterschaft wurde abgebrochen, und dementsprechend gab es auch keine Einnahmen aus dem Spielbetrieb und aus dem ausgefallenen Sommerfest. Wir haben mit dem Stadtsportverband ein Hygienekonzept entwickelt und werden nach der Sommerpause mit dem Training beginnen. Einnahmeeinbußen hatten wir auch durch den ausgefallenen Tanz in den Mai und der Tatsache, dass das Vereinsheim zehn Wochen geschlossen war“, schildert der SSO-Vorsitzende Detlef Westerhoff.

Ein ähnliches Bild zeichnet Jürgen Rottmann, der Vorsitzende des 300 Mitglieder starken Fußball-Kreisligisten TuS Haßlinghausen. „Was die Einnahmen bei unseren Heimspielen angeht, betrifft das ja nicht nur die reinen Eintrittsgelder, sondern auch die Erträge aus dem Verkauf von Getränken und Speisen. Dazu unser Tanz in den Mai und die Teilnahme am Haßlinghauser Nach(t)schlag, die ebenfalls Corona zum Opfer fielen. Das sind Einnahmen, die uns für die Finanzierung des Spielbetriebs fehlen. Außerdem wollten wir ein Benefiz-Turnier zugunsten der Hinterbliebenen unseres im vorigen Jahr verstorbenen Jugendleiters veranstalten. Auch das fällt flach, und wohl auch unser Vereinsfest mit DJ im November.“

Ein düsteres Bild der Corona-Krise zeichnet auch Jan Glass, der Club-Manager der Golfclubs Felderbach und Gut Frielinghausen: „Bei uns ruhte der Spielbetrieb rund zwei Monate. In dieser Zeit hatten wir keine Tageseinnahmen durch die Platzgebühren der Spieler, keinen Ballumsatz und auch keine Kundschaft im Golfshop. Aber die Kosten für die Pflege der großen Anlage liefen weiter. Dass unsere Mitglieder in dieser Zeit nicht auf den Platz konnten, wurde mit bemerkenswerter Solidarität aufgenommen. Wir haben deshalb versucht, unsere Golfer durch Ausgleichsangebote zu entschädigen“, so Glass. Er findet es unverständlich, dass der Golfsport erst so spät wieder ausgeübt werden konnte. Immerhin seien in einer Gruppe immer nur vier Aktive, die entsprechend gut Abstand halten könnten. „Auf dem Platz gibt es übrigens strenge Regeln. Zum Beispiel dürfen die Aktiven die Fahne, die das Ziel, das Loch markiert, nicht anfassen“, führt Glass aus.

Ganz hart hat es den Schützenverein Herzkamp getroffen, der mit Veranstaltungen wie dem Osterfeuer, den Tanz in den Mai und dem Udo-Wittenius-Dorfschießen das Dorfleben alljährlich wesentlich bereichert – er musste alles absagen und konnte deshalb daraus auch keine Einnahmen generieren. Das traditionelle Schützenfest, das eigentlich vom 4. bis 6. September mit Kirmes und zwei Tanzabenden im Festzelt stattfinden sollte, wurde bereits früh abgesagt. „Das Ausfall-Risiko war uns angesichts der umfangreichen Vorbereitungen einfach zu groß“, so Geschäftsführer Andreas Feuerstack. Jetzt hofft man, dass wenigstens die Vinyl-Party im Schützenhaus am 7. November stattfinden kann.