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Sprockhöveler Rathaus bleibt für das Klima dunkel

„Earth Hour“ : Sprockhöveler Rathaus bleibt für das Klima dunkel

Weltweit beteiligen sich Städte an der Aktion „Earth Hour“ – auch die Stadt Sprockhövel nimmt teil. Das Rathaus bleibt für eine Stunde lang dunkel. Ein Zeichen für den Klimaschutz.

Licht aus. Klimaschutz an. „Ich finde den Slogan schön und prägnant“, sagte Ioanna Ioannidou, Klimaschutzmanagerin der Stadt Sprockhövel. Vom World Wide Fund for Nature Australia 2007 erstmals in Sydney initiiert, findet die Earth Hour jährlich weltweit immer mehr Anhänger. Für „60+“, das heißt eine Stunde und mehr, wird am letzten Samstag im März dazu aufgerufen, die Beleuchtung auszuschalten, um für den Klimaschutz zu sensibilisieren.

In diesem Jahr findet die Earth Hour am 27. März von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr statt. Aktuell haben 202 Städte und Gemeinden ihr Mitwirken zugesichert. „Für Mitte Februar ist das eine tolle Zahl“, sagte WWF-Pressereferentin Lea Vranicar. 370 waren es im vergangenen Jahr.

Doch nicht nur Städte und Gemeinden beteiligen sich mit dem Ausschalten der Lichter öffentlicher Gebäude, sondern auch Geschäfte und Unternehmen. Auch die Bürger sollen dabei mitgenommen werden – ebenso in Sprockhövel.

Erstmals macht die Stadt mit und wird das Rathaus als Wahrzeichen in Dunkelheit hüllen. Vier Unternehmen und drei Organisationen haben bisher ebenfalls zugesagt, um ein Zeichen zum Schutz unseres Planeten zu setzen. „Wir möchten alle in Sprockhövel ansprechen – um positiv in die Zukunft zu blicken“, motivierte Ioannidou.

Für gewöhnlich ist die Earth Hour an Aktionen gekoppelt. Klimaschützer treffen sich etwa an Wahrzeichen wie dem Brandenburger Tor in Berlin. Coronabedingt können derartige Veranstaltungen nicht stattfinden. Sich an der Aktion zu beteiligen, indem der Lichtschalter auf „off“ gestellt wird, ist dagegen unabhängig von jeglichen Maßnahmen möglich. Bei Kerzenschein soll die Atmosphäre genossen werden.

Den pro Kopf Verbrauch von CO2 zu reduzieren, ermöglicht Einsparpotenziale für Haushalte. Doch viel wichtiger noch: die symbolische Wirkung, die jeder Einzelne unterstützen kann. Denn insbesondere geht die Botschaft an die Politik – „dass mehr gemacht werden muss“, sagte Vranicar, „wir wollen natürlich grünen und sauberen Strom.“ Beim Ausbau erneuerbarer Energie sei in der Vergangenheit wenig passiert.

Die Anregung, die Aktion in Sprockhövel stattfinden zu lassen, kam von zwei Seiten. „Zum einen ist es im Klimaschutzkonzept integriert“, so Ioannidou. Im vergangenen Jahr wurde speziell dafür die Koordinierungsstelle Klimaschutzmanagement geschaffen. „Zum anderen kam beim Besuch der lokalen Agenda bei uns in der Stadt die Frage auf, was denn mit der Earth Hour sei und dass wir da noch nie mitgemacht hätten“, erzählte Sprockhövels Klimaschutzmanagerin.

Auch in den benachbarten Kreisstädten werden die Lichter am 27. März ausgeschaltet, wie in Herdecke oder Hattingen. Für Sprockhövel sicherte Ioannidou zu: „Ich werde es die kommenden Jahre fortführen, es wird keine einmalige Sache sein. Ab jetzt wird es eine stete Geschichte.“