Sprockhöveler Parteien schalten in den Wahlkampfmodus

Zukunftsplanung : Parteien schalten in den Wahlkampfmodus

Ein Grünen-Antrag zu Pflegewohnheimen im Ausschuss für Soziales sorgt für Streit.

Die Sprockhöveler Grünen-Ratsfraktion will, dass für das Gelände des alten Bauhofs am Rathausplatz in Haßlinhausen verschiedene Konzepte entwickelt werden, um auf der Fläche ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaften und Pflegewohngemeinschaften zu ermöglichen. Ein entsprechender Antrag im Ausschuss für Soziales, Integration und Demografie wurde in der vergangenen Woche einstimmig angenommen. Während CDU, Grüne, WFS und MiS dem Antrag zustimmten, enthielten sich die Vertreter von SPD und FDP.

Nachdem die Liberalen und Sozialdemokraten zuletzt alle Anträge der Grünen abgeschmettert hatten, mutet ihre Enthaltung beinahe wie Zustimmung an. „Wir haben uns lediglich enthalten, weil der Antrag der Grünen ein Plagiat ist“, sagt Wolfram Junge von der SPD. Das enthaltene Thema sei so längst von der Verwaltung und von der Zentralen Gebäudebewirtschaftung (ZGS) vorgeschlagen worden. Ferner sei das Thema bereits beschlossene Sache.

Auch ZGS-Leiter Ralph Holtze zeigte sich vom Antrag  überrascht. „Das habe ich der Politik doch vor einem Jahr ausführlich vorgestellt“, sagte der Verwaltungsmann. Dabei habe er explizit darauf hingewiesen, dass man den Bauhof unterhalb der Feuerwehr umziehen lässt, um dafür den Menschen im Haßlinghauser Zentrum eine 5000 Quadratmeter große Fläche mit 40 bis 50 Wohnungen verschiedener Größen bereitstellen zu können.

Mit dem Bürgerbüro, den Supermärkten, dem Einzelhandel und Ärzten in unmittelbarer Nähe wäre es der ideale Platz, unterstreicht Holtze seine Idee.

Grundsätzlich gebe es bei dem Umgang mit der Pflege gar nicht so große Unterschiede zwischen den Parteien, glaubt Junge. „Allerdings müssen wir uns nicht mit Themen aufhalten, die ohnehin schon beschlossen sind“, kritisiert der SPD-Chef. Er wirft den Grünen vor, dass sich diese allmählich im Wahlkampfmodus positionieren. Das Gleiche werfen die Grünen allerdings der SPD und der FDP bei den Themen Nachhaltigkeit und Umwelt vor. „Anträge von uns werden teilweise abgelehnt, damit diese einige Monate später fast wortgleich durchgeboxt werden“, sagt Alexander Karsten. e.ö.

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