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Sprockhöveler Händler spüren Lieferengpässe bei Elektro-Großgeräten

Corona : Lieferprobleme bei Elektro-Großgeräten in Sprockhövel

Bei der Neubestellung von weißer Ware kann es coronabedingt zu Verzögerungen kommen. Bis Ende des Jahres reichen die Lagerbestände aber wohl noch.

. „Unser Lager ist noch gut gefüllt, und ich weiß in vielen Fällen, was unsere Kundschaft haben will“, sagt Michael Cramer, Inhaber von „Sudhoff – Markenprofi“ in der Mittelstraße in Haßlinghausen. Er hat damit den derzeitigen Engpässen bei der Lieferung von Elektro-Großgeräten ebenso vorgebeugt wie sein Niedersprockhöveler Kollege Markus Seyock, der Inhaber von Schöneborn an der Hauptstraße.

Schuld an den Problemen ist natürlich die Corona-Pandemie, wobei Cramer erklärt: „Die großen Firmen, die beispielsweise Großbildfernseher, Unterhaltungselektronik oder Großgeräte wie Waschmaschinen, Geschirrspüler oder Tiefkühltruhen anfertigen, haben in ihren Fabrikationsbetrieben mehrere Produktionsstraßen, an denen die Mitarbeiter relativ nahe beieinander arbeiten. Die coronabedingten Abstandsregelungen können da nicht eingehalten werden, und deshalb wird auch nicht mehr so viel produziert. So kommen die Firmen wie Siemens, Miele oder Panasonic mit den Bestellungen nicht mehr nach, und die Auslieferungen an den Einzelhandel stocken.“

In Haßlinghausen wie auch in Niedersprockhövel hat man mit Vergrößerung der Lager zwar vorgesorgt, doch stoßen die Einzelhändler aus Platz- und finanziellen Gründen an ihre Grenzen, weil gelieferte Ware natürlich auch umgehend bezahlt werden muss.

„Neubestellungen für Großgeräte können so manchmal erst im neuen Jahr, eventuell auch erst im Februar 2021 ausgeliefert werden“, berichtet Markus Seyock und weist auch auf ein weiteres Problem der Hersteller hin: „Auch die großen Hersteller sind auf kleinere Zulieferer angewiesen, und wenn bei denen ein Corona-Fall auftritt, dann stockt da manchmal die gesamte Produktion, was sich bei fehlenden Kleinteilen dann gleichzeitig auf die Fertigung der Waschmaschinen, Kühlschränke oder Wäschetrockner auswirkt.“

Kunden sollen nicht zu Alternativen gedrängt werden

Michael Cramer hat aufgrund seiner einschlägigen Erfahrung schon eine Vorahnung auf die Wünsche seiner Stammkunden und stellt unmissverständlich fest: „Es macht keinen Sinn, Kunden zu Alternativen zu drängen, wenn das gewünschte Gerät nicht vorrätig ist. Da bitten wir die Käuferinnen und Käufer lieber, sich ein wenig zu gedulden, als ihnen Dinge zu liefern, die sie in Wirklichkeit gar nicht haben möchten. So etwas zerstört das vorhandene Vertrauen.“

Markus Seyock, der sich auf die „weiße Ware“, beispielsweise Waschmaschinen, Geschirrspüler und Kühlschränke spezialisiert hat, hat noch einen weiteren Aspekt bei den Wünschen seiner Kundschaft ausgemacht, der auch mit Corona zusammenhängt. „Die Menschen sind jetzt mehr zu Hause und richten sich anspruchsvoller ein. Außerdem konnte man das Urlaubsgeld in vielen Fällen wegen der Sperren in den Reisezielen nicht für den Urlaub ausgeben. Und das spiegelt sich jetzt in umfangreicheren Bestellungen wieder, weil die Geräte bei mehrfacherem Gebrauch selbstverständlich auch schneller verschleißen und erneuert werden müssen. Deshalb hätten wir schon aus diesen Gründen mehr verkaufen können.“

Michael Cramer sieht derzeit wenig Probleme: „Im Moment geht es noch, und ich bin optimistisch, dass wir mit dem, was wir auf Lager haben, bis zum Jahresende auskommen werden. Danach könnte es aber etwas schwieriger werden“ – wobei er sich sicher ist, dass auch die Elektrogroßmärkte von den Lieferproblemen gleichermaßen betroffen sind.

Die beiden einzigen Sprockhöveler Händler von Elektro-Großgeräten, die mit ihren Mitarbeitern nicht nur verkaufen, sondern auch liefern und installieren, sehen allerdings keinen Grund, sich über die derzeitige Lage zu beklagen. „Da gibt es Branchen, die erheblich größere Probleme haben.“