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Sprockhöveler Gesamtschüler bereiten sich aufs Abi vor

Erschwerte Bedingungen : Gesamtschüler bereiten sich aufs Abi vor

Corona-Pandemie sorgt für Absagen der großen Abibälle- und feiern. In kleinem Rahmen soll es aber trotzdem feierlich werden.

Endlich nicht mehr in die Schule gehen, einen Auslandsaufenthalt planen oder anfangen zu studieren. Mit dem Abitur sind viele Pläne und Wünsche verbunden, die in diesem Jahr wohl nur zum Teil realisiert werden können. Auch die Feiern des Abiturjahrgangs 2020 werden nicht wegen des Freudentaumels über den gemeinsam erreichten Abschluss in Erinnerung bleiben. Der Abiturjahrgang 2020 wird in die Geschichte eingehen: Wegen des Coronavirus werden die Abiturienten in diesem Jahr darauf verzichten müssen, ihren Abschluss ausgiebig gemeinsam zu feiern; es gibt keinen spektakulären Abistreich und keinen pompösen Abiball.

An der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule in Sprockhövel ist die Abifeier gestrichen worden, weil alle Veranstaltungen dieser Art abgesagt wurden. „Da es sich um eine außerschulische Veranstaltung handelt, mussten wir die Schüler schützen, denn bei Ausfall fallen hohe Stornogebühren an“, sagt Schulleiter Christoph Uessem. In der Schule werde es für eine beschränkte Zahl von Teilnehmern eine Feier geben. „Im Rahmen der dann erlaubten Abstandsregeln werden wir eine Feier hinbekommen“, so Uessem.

Die Vorbereitungen auf die Abiturprüfungen stehen auch ganz im Zeichen von Corona. Die Abiturienten kommen je nach Fächern in kleinen Gruppen zusammen und werden von Lehrern unterrichtet. „Das ist noch nicht verpflichtend, aber ein großer Teil der Schüler nimmt das wiederholende Angebot für die Q2 an“, sagt der Schulleiter. Der Unterricht findet im Schichtbetrieb statt: die eine Hälfte des Mathe-Leistungskurses (LK) hat drei Stunden Mathe, danach wird die andere Hälfte des Kurses unterrichtet. Dazwischen werden die Räume nach Maßgabe des Kreisgesundheitsamtes gereinigt. „Dabei geht es vor allem um die Reinigung der Tisch- und Stuhloberflächen“, sagt Uessem.

Etwa ein Drittel der Lehrer
gehört zur Risikogruppe

Auf den Fluren der Gesamtschule herrscht Maskenpflicht, auch wenn die Schule mit 200 Schülern aus den zehnten Klassen und der Q2 eher leer ist. Normalerweise werden hier 1270 Schüler und Schülerinnen unterrichtet. „Bei dieser Anzahl der Schüler können wir sie noch gut trennen“, sagt Uessem, der davon ausgeht, dass aufgrund der Raumkapazitäten noch zwei weitere Jahrgänge beschult werden können. Beim Personal stößt die Schule schnell an ihre Grenzen. Etwa ein Drittel der Lehrer gilt als Risikogruppe und muss deshalb nicht anwesend sein.

Ab dem kommenden Dienstag, 12. Mai, beginnen die Klausuren für die Abiturienten. Neben den üblichen Vorkehrungen für Abiturprüfungen wird darauf geachtet, dass auch der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten wird. Bei den Abiturienten ist keine Gruppe größer als zehn Personen. „Wenn es einen Kurs mit 20 Personen gäbe, würden wir die Gruppe auf zwei Räume aufteilen“, sagt Uessem. Damit sei sichergestellt, dass alle Schüler an einem festgelegten Tag zu einer festgelegten Zeit die Prüfung schreiben.