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Sprockhöveler Gastronomen setzen während des Lockdowns auf Abholer

Corona : Sprockhöveler Gastronomen setzen während des Lockdowns auf Abholer

In vielen Restaurants bleibt die Küche trotz Teil-Lockdowns nicht kalt. Die Küchenchefs kreiieren stattdessen Gerichte, die die Kunden zuhause genießen können.

Die Gastronomen in Sprockhövel vertrauen während der einmonatigen Zwangspause durch den von der Bundesregierung beschlossenen Lockdown auf den Außer-Haus-Verkauf von Speisen. Gerade jetzt, rund um den St.-Martins-Tag, ist Gans ein gerne gewähltes Gericht, ganz gleich ob als Brust, Keule oder im Ganzen. Der Außer-Haus-Verkauf des Geflügel-Gerichts soll helfen, die Verluste so niedrig zu halten wie möglich.

„Gans to go“ heißt es im Restaurant des Golfhotels Vesper. Stilgerecht mit Marzipanapfel, Rotkohl und Knödel knusprig im Ganzen für vier Personen oder Brust oder Keule mit den beliebten Beilagen kann das Gänsegericht in einer Wärmebox abgeholt werden. „Allerdings mit einer Bestell-Vorlaufzeit von 48 Stunden“, heißt es an der Rezeption.

Auch im Hotel-Restaurant Eggers an der Hauptstraße 78 in Niedersprockhövel nimmt die Martinsgans eine führende Rolle ein. Gleichfalls bei Selbstabholung von Donnerstag bis Sonntag (bestellen und abholen von 12 – 20 Uhr), wobei Chef Dirk Eggers betont, dass man der Kundschaft auch Tipps zur Zubereitung in der eigenen Küche mit auf den Weg gibt und auch noch andere Speisen anbietet. „Aber diese erneute Zwangspause ist für die gesamte Gastronomie ein ganz harter Schlag“, sagt Eggers.

So sieht man es auch im Restaurant der Destillerie Habbel an der Gevelsberger Straße 127. Benedikt Mayer, der stellvertretende Küchenchef im Gourmet-Restaurant „Habbel’s Bistro Manufactur“, erklärt: „Von 13 bis 17 Uhr können die Gäste anrufen und von 17 bis 20 Uhr abholen.“ Ferner weist er darauf hin, dass es neben Gänsebrust in Orangensoße auch diverse Vorspeisen, Petersfisch und zur Abrundung auch leckere Desserts mitzunehmen gibt.

Einige Restaurants haben schon Erfahrungen mit Abholern

Im „Zum Amtshaus“ in Haßlinghausen an der Mittelstraße 15 ist Inhaber Siegfried Kickuth von Donnerstag bis Sonntag ab 17 Uhr auf Selbstabholer eingerichtet. „Es muss aber 24 Stunden vorher bestellt werden“, erklärt der Gastronom und verrät, dass es neben dem saisongerechten Gänsebraten unter anderem auch rustikalen Sauerbraten und Schnitzel im Amtshaus gibt.

„Am Schlagbaum“ in Obersprockhövel in der Haßlinghauser Straße will Inhaber Robin Sonnenschein ab dem 12. November jeweils von 16 bis 20 Uhr zunächst nur von Donnerstag bis Sonntag die hungrigen Selbstabholer versorgen. „Der Schwerpunkt wird Deftiges wie Gulaschsuppe und Königsberger Klops sein“, berichtet er.

Die Lachsräucherei Wortberg an der Schmiedestraße auf der Grenze zwischen Wuppertal und Haßlinghausen hat mit Selbstabholern langjährige Erfahrung. Dennoch vermisst man die Gäste im Restaurant, wobei die für den dortigen Service verantwortliche Mariola Leppich anmerkt: „Gerade die Gastronomie hat so viel investiert, um die Hygiene-Regeln korrekt umzusetzen. Da ist der zweite Lockdown für die Branche nur sehr schwer zu verkraften. Wir bieten unseren Kunden eine abgespeckte Speisekarte, aus der man die Gerichte zum Selbstabholen auswählen kann.“

Heiko Lesszinsky, der den „Spitzbub“ in Herzkamp an der Elberfelder Straße im Juni dieses Jahres übernommen hat, lässt sein Restaurant im November komplett geschlossen. „Die Kolleginnen und Kollegen, die Speisen zum Selbstabholen anbieten, haben damit schon Erfahrungen gesammelt. Für mich wären für den einen Monat Aufwand und Investitionen zu hoch und ein unkalkulierbares Risiko, weil sich dieser neue Service ja erst einmal herumsprechen müsste.“